Auf den Fokus kommt es letztlich an

Erfolg. Gerald Eder macht als Gründer in Asien Karriere. Er nennt Punkte, die große Unternehmen von Start-ups lernen können. Etwa: Entscheidungen nicht aufzuschieben.

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Gerald Eder hatte an der WU Wien Betriebswirtschaft studiert und dann im Investmentsektor in London bei Morgen Stanley zu arbeiten begonnen. Doch schnell merkte er, dass er ein eigenes Unternehmen gründen wollte. Er baute einige E-Commerce-Firmen in Asien auf: Zalora und Lazada, die vergleichbar mit Zalando sind. Und da er überrascht feststellte, dass es keine Plattform gab, die Finanz- und Versicherungsprodukte miteinander verglich, gründete er 2014 von einem Kaffeehaus in Kuala Lumpur die Compare Asia Group.

Beim HR-Kongress Future of Work am 22. und 23. März in Stegersbach wird der Österreicher ein Heimspiel geben und von seinem Leben „Vom Banker zum Tramper und dann zum Rising Star in Asien“ erzählen.

Im Gespräch mit der „Presse“ machte er sich Gedanken, was traditionell organisierte Unternehmen von Start-ups lernen können. Für Unternehmen gehe es generell darum, sagt Eder, eine Balance zwischen Forschen und Ausschöpfen zu finden. Wer sich ständig auf Neues konzentriere, der laufe Gefahr, auf dem Weg zur Perfektion unterzugehen, sagt er. Einige zunächst sehr erfolgreiche Biotech-Start-ups hätten zuletzt dieses Schicksal erlebt. Umgekehrt nur auf Gewinnmaximierung mit einem erfolgreichen Produkt zu setzen könne ebenfalls gefährlich sein. So machten sich Banken und Versicherungen derzeit nicht ohne Grund Sorgen um ihre Zukunft und sparten an Filialen und beim Personal, weil sie angesichts eines geänderten Kundenverhaltens um ihre Position fürchten.

Diese Balance sei auch für Start-ups nicht einfach zu finden, doch sie würden Herausforderungen und Fehler positiver sehen. Und: „Start-ups sind fokussierter“, sagt Eder. In großen Unternehmen – besonders in Matrixorganisationen – möchten es Mitarbeitern allen recht machen. Doch das könne kaum gelingen. Schlankeren Einheiten rät er, den Mitarbeitern klarzumachen, welche Bedeutung Kennzahlen haben und wie jeder Mitarbeiter die Kennzahlen beeinflussen kann. Daher sei es wichtig, im Recruiting besonders gewissenhaft zu arbeiten. „Denn das Team ist alles“, sagt Eder.
Was er aus seiner Gründererfahrung außerdem rät, ist: Entscheidungen zu treffen und nicht aufzuschieben und Unklarheit entstehen zu lassen. „Und wenn sich eine Entscheidung als doch nicht so gut herausgestellt hat, dann besteht die Chance, eine neue, bessere zu treffen.“

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