Vorfreude und Hoffnung

Sprechblase Nr. 214. Warum sich kaum jemand ehrlich „freut“.

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(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Mit dem nahenden Jahresende beginnt das kollektive Freuen – auch, wenn es sich aus unterschiedlichen Quellen speist. Die einen freuen sich auf das Ende des Jahres, die anderen über jeden Tag, der bis dahin bleibt. Wieder andere freuen sich aufs Christkind. Im restlichen Jahr ist Vorsicht geboten, wenn jemand behauptet, er freue sich (abgesehen von der Freude über eigene Erfolge). Denn „Ich freue mich auf Ihr Feedback“ heißt: „Bestätigen Sie meinen Vorschlag. Wehe, Sie wollen etwas ändern.“ Oder „Ich freue mich über Ihre Einladung“ heißt „Lieber würde ich xy tun, aber um des Geschäfts willen schaue ich kurz vorbei“.

Augenblicklich wird klar, warum die Vorfreude die schönste Freude ist. Solange man sich noch vorfreuen kann, ist das Nämliche noch nicht passiert. Und man darf hoffen, dass es nicht stattfindet. Schließlich stirbt die Hoffnung zuletzt.

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter des Ressorts "Management & Karriere" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

Die gesammelten Kolumnen finden Sie hier.


[NQEAP]

(Print-Ausgabe, 25.11.2017)

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