Der Sherpa bricht zusammen

Kolumne "Führungsfehler". Der Junge war wie er, als er noch jung war, dachte sich der Vorstand. Ehrgeizig, smart und auf dem Weg nach oben.

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(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Wohlwollend erkannte sich der Vorstand in seinem neuen Assistenten wieder. Soll er doch beweisen, was er drauf hat, dachte er. Er gab dem Jungen mehr und mehr Verantwortung. So viel, wie er selbst hatte tragen können, als er im selben Alter war. Fordern und fördern, heißt es doch immer.

In einem Punkt täuschte er sich. Der Junge war ehrgeizig, smart und auf dem Weg nach oben. Aber er konnte eben nicht so viel tragen wie der Vorstand in seinem Alter. Vielleicht täuschte den seine Erinnerung auch nur.

Mehr und mehr kam sich der Assistent vor wie ein Sherpa, dem noch ein Koffer aufgebürdet wurde und noch einer und noch einer. Aufzumucken wagte er nicht. Und so schlitterte er in ein Burn-out, mit 27. Der Doktor verordnete ihm, den Job aufzugeben.

Er habe sich in seinem Assistenten getäuscht, sagte der Vorstand nachher. Er war doch nur ein Weichei.

 

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Ähnlichkeiten mit realen Personen oder Unternehmen sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Weitere "Führungsfehler" finden Sie hier.

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