Souvenirs, Souvenirs

Was Andenken und Staubfänger gemeinsam haben.

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(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Es gibt Phrasen, die magisch wirken. Kaum ausgesprochen, schlüpft man in eine andere Rolle. Ganz gleich, ob Führungskraft oder Mitarbeiter.

Eine derartige Rollenwechslerphrase, um etwa in die Beraterrolle zu schlüpfen (keine Sorge, das wird hier kein Beraterbashing), ist diese Sprechblase: „Wir sollten Folgendes andenken.“ Wer das im richtigen Tonfall sagt, ist augenblicklich im Beratermodus. Das klingt überlegen, zukunftsgewandt und lösungsorientiert.

„Wir sollten Folgendes andenken“ ist noch dazu charmant. Denn andenken heißt nichts anderes, als sich mit einer Sache zu beschäftigen und dabei auch noch recht gschaftig zu sein. Ohne die Hoffnungen der Erwartungsvollen zu nähren oder die Sorge der Besitzstandswahrer zu schüren, dass dabei etwas Vernünftiges herauskommt.

Was davon bleibt, wenn etwas angedacht wird, ist meist nicht einmal ein Andenken. Andenken, so nannte man früher einmal die Souvenirs. Doch ganz ehrlich, wer braucht schon Souvenirs – ein Lebkuchenherz aus Mariazell oder eine Freiheitsstatuenminiatur aus New York? Sie dienen bestenfalls als Staubfänger.

 

In den Sprechblasen spürt Michael Köttritsch, Leiter der Ressorts "Management & Karriere" und "Arbeitswelten" in der "Presse", wöchentlich Worthülsen und Phrasen des Managersprechs auf und nach.

Die gesammelten Kolumnen finden Sie hier.

(Print-Ausgabe, 03.12.2016)

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