Eurovision Song Contest: Die 18 Songs des zweiten Halbfinales in der Einzelkritik

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Armenien

Schmerz und Trauer: Der Song "Walking Out" erzählt von einer gescheiterten Beziehung und scheiterte dabei am Donnerstag selbst. Was Srbuk sang, klang beliebig, die Töne saßen zudem schlecht.

Die Sängerin wackelte auf der Bühne mehr als dass sie tanzte, da konnte auch die Pyrotechnik gegen Ende nicht mehr viel retten.

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(c) Reuters
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Irland

Sarah McTernan kam mit "22" sehr viel netter daher. Stimmgewaltig war die irische Sängerin nur leider gar nicht, ihrem Midtempo-Popsongs fehlt der Höhepunkt, man könnte auch sagen, jeder Höhepunkt. Dafür gab's eine Milchbar auf der Bühne.

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(c) Reuters
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Moldau

Sehr erfinderisch war die Performance von Anna Odobescus Lied "Stay", da malte eine Künstlerin auf der Bühne an einem Tisch mit Sand, das Ergebnis sah man groß im Hintergrund. Bilder vom Weltall oder Tieren, alles sehr hübsch, der Song war nur weniger einprägsam, wenn auch mit viel Gefühl und solide vorgetragen.

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(c) Reuters
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Schweiz

"She Got Me", die Nummer von Luca Hänni, hat jedenfalls Ohrwurm-Potenzial, auch seine Tanzeinlage war nicht schlecht. Der Schweizer machte sich gut auf der großen Bühne, dass er da etwas außer Atem kam, verzieh man sofort.

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(c) Reuters
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Lettland

Romantisch im weißen Kleid trug die Sängerin der lettischen Indie-Pop-Band Carouse ihre Nummer "That Night" vor. Ein ruhiger Song, atmosphärisch. Sängerin Sabine Zuga hat Charisma. Das munter dahinhüpfende Lied erzählt von dunklen Flüssen und süßer Sehnsucht. Alles sehr schön, allerdings war die Performance doch insgesamt zu unauffällig.

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(c) Reuters
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Rumänien

Feuer und Fledermäuse, Tänzer in Gothik-Optik: Dramatik wurde am Donnerstag beim Auftritt von Ester Peony groß geschrieben. Der Song "On A Sunday" ist nicht ganz schlecht, sie sang ihn schön rauchig und nicht kitschig. Die Botschaft: Liebe wird gefährlich, wenn man  sie der falschen Person schenkt. Ja eh. Bei den Texten würde man sich doch ein bisserl mehr Kreativität erhoffen.

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(c) AFP (JACK GUEZ)
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Dänemark

Viele sprachen im Vorfeld bei Leonoras "Love Is Forever" von einem Kinderlied, und ja, der Song ist süß und beschwingt - aber nicht schlecht. Leider saßen die Töne nicht immer. Macht nichts, es war trotzdem charmant.

Die netten Wölkchen im Hintergrund, das harmonische Schunkeln: Warum nicht, wir sind doch beim Song Contest.

Finale >>>

(c) Reuters
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Schweden

Nach "Love Is Forever" kam nun also "Too Late For Love". Der Schwede John Lundvik ist einer der Top-Favoriten für das Finale, sein Song erinnert an den österreichischen Beitrag vom Vorjahr: Cesár Sampson kam auf den 3. Platz.

Die eher weichgespülte Komposition mit Soulklängen und Gospelchören wurden durch ein vehementes Feel-Good-Lächeln unterstützt. Geschmackssache.

Finale >>>

 

 

(c) Reuters
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Österreich

Sehr viel Intimität wollte Paenda mit ihrem Song "Limits" erzeugen, vor schlichtem Bühnenbild huhute sie traurig. Der Auftritt lief wohl wie geplant, er erzeugte aber kaum Aufmerksamkeit.

Übrigens: Dem ORF hatte Paenda ursprünglich ein anderes Lied für den Wettbewerb angeboten, ein schnelleres. Wie man hört, war es der Jury zu nahe am israelischen Vorjahressieger "Toy".

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(c) Reuters
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Kroatien

Sehr viel mehr Song Contest bot der Auftritt von Roko. Für die Performance von "The Dream" wurde nicht gekleckert, sondern geklotzt: Der 19-Jährige wurde von zwei Engeln mit bombastischen goldenen Flügeln flankiert, die ihm schließlich selbst noch ein Paar verpassten, bevor sie davonschweben. Meer unter seinen Füßen, Himmel über seiner Haartolle, da fehlte nur noch das Feuer. Schmalz ohne Ende, aber technisch sauber.

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(c) Reuters
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Malta

Unbekümmert und energiegeladen: So sollte der Auftritt sein, aber die junge Sängerin Michela brachte die Stimmung nicht ganz rüber. Der R'n'B-Pop-Song "Chameleon" ist aber stark - und sicher nicht leicht zu singen. Ein perfekter Ohrwurm.

Passend zum Songtitel wechseln Farben und Backgrounds der Bühne, für Michela und ihre vier Tänzer gab es kaum eine ruhige Sekunde. Die Anstrengung hat sich gelohnt, im Finale hoffen wir auf mehr Lockerheit.

Finale >>>

(c) Reuters
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Litauen

Mit dem Popsong "Run With The Lions" stellte Jurij Veklenko unter Beweis, dass er seine Kopfstimme wirklich beherrscht. Nicht nur die, freilich. Er stand schon mehrmals als Backgroundsänger auf der ESC-Bühne, weiß zudem also, wie er sich präsentieren muss.

Ganz in Schwarz zeigte Jurij sein bestes Schwiegersohnlächeln. Den direkten Blick in die Kamera hat er gelernt.

Finale >>>

(c) Reuters
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Russland

Sergey Lazarev versuchte es schon zum zweiten Mal beim Song Contest und ist einer der Favoriten. In "Scream" sind Tränen nicht still, sie schreien. Ja, viel Pathos hat der Russe bei der Bekämpfung seiner Kinderängste dabei. Die Spiegelchoreographie bringt ihn mehrfach in den Fokus. Regen, Pathos, jeder Ton sitzt: Das ist Song-Contest-Material. Das Halbfinale war eine Formalität.

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(c) Reuters
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Albanien

Auf andere Weise interessant war Jonida Maliqi: Sie stand in einem bodenlangen schwarzen Kleid mit goldenen Applikationen in einem Ring aus Feuer und präsentierte ihren Song "Ktheju tokës" (Kehre zurück in dein Land) in der albanischen Landessprache. An sich sehr überzeugend, auch wenn es zeitweise etwas schrillte.

Eine starke Stimme und ein Ethno-Lied, das man abseits des Song Contests mit Sicherheit nicht hören würde.

Finale >>>

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Norwegen

Energie fehlte nicht, aber in welche Richtung ging die genau? „Spirit in the Sky“ von der Band KEiiNO handelt von Kämpfen an vielen Fronten. Es geht etwa um Ethnie, Geschlechtsidentität und Sexualität. Musikalisch unentschlossen zwischen eher lieblichem Elektropop und Ethno-Rock, am Ende kamen noch seltsam gurgelnde Laute - die spezielle Gesangstechnik der Samen. Als Referenz an die Heimat tanzten außerdem Nordlichter über die Bühne, am Ende gab's noch Elche. Eine echte Show - und nicht humorlos.

Finale >>>

(c) Reuters
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Niederlande

In seinem Video war Duncan Laurence noch nackt, in Tel Aviv trug er am Donnerstag "Arcade" in schlichtem Blau vor. Das passte zum Lied, das ja tieftraurig ist, es geht um hoffnungslose Liebe. Auch hier hörte man Kopfstimme, auch hier sehr sauber.

Ein schöner Song, den der 25-Jährige - einer der Favoriten - gut performte. Der Favoritenrolle muss man erst mal gerecht werden, das gelang nicht schlecht. Kullerten bei manchem Zuschauer die Tränen? Man kann sicher sein: ja.

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(c) Reuters
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Nordmazedonien

Im hochgeschlossenen, türkisen Kleid stand Tamara Todevska auf einer fast schwarzen Bühne. Sechs Spiegel reflektieren ihre Silhouette in der Ferne. In ihrer Ballade  "Proud" rief die Sängerin Mädchen dazu auf, ihre Stimme zu erheben und stolz zu sein. Das mit dem Erheben der Stimme funktioniert bei ihr jedenfalls, sie sang ihre stolze Ballade einwandfrei und hoch emotional.

Finale >>>

(c) Reuters
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Aserbaidschan

Ein sehr tanzbarer Song zum Abschluss: Eigentlich handelt „Truth“ von einer vergifteten Beziehung, trotzdem sang es der 28-jährigen Chingiz geradezu euphorisch. Zudem mussten ihm Roboter sein gebrochenes Herz ausbauen, das kam ein wenig schräg rüber. Trotzdem: Der sympathische Chingiz brachte einen coolen Song, der gute Laune macht. Und jedenfalls mitreißt.

Finale >>>

(c) Reuters
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