M'Bala: "Hollywood ist der bewaffnete Arm des Zionismus"

Der französische Humorist Dieudonne M'Bala M'Bala dreht mit finanzieller Unterstützung aus dem Iran zwei Filme, um "eine andere Vision als jene von Steven Spielberg zu geben".

SWITZERLAND DIEUDONNE
SWITZERLAND DIEUDONNE
(c) EPA (Laurent Gillieron)

Der umstrittene französische Humorist Dieudonne M'Bala M'Bala, der mehrmals wegen antisemitischer Aussagen gerichtlich belangt worden ist, hat nach eigenen Angaben den iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad getroffen, um Geldmittel zur Finanzierung des "kulturellen Kampfs gegen den Zionismus" zu sammeln. Dabei habe er auch versucht, die Befreiung der Französin Clotilde Reiss zu erwirken, die sich seit vier Monaten wegen Spionage-Vorwürfen im Iran in Haft befindet, betonte der 43-Jährige am vergangenen Wochenende bei einer Pressekonferenz in Paris.

Kampf gegen zionistisches Hollywood

Dieudonne plant nach eigenen Angaben die Verwirklichung von zwei Filmen, einen über die Sklaverei und einen über den Algerien-Krieg, "um den schwarzen Volk eine andere Vision als jene von Steven Spielberg zu geben". "Wir haben ein bedeutendes Budget bekommen, das es uns erlaubt, Filme auf dem Niveau jener von Hollywood zu machen, das der bewaffnete Arm der zionistischen Kultur ist", betonte der Humorist. Die Streifen sollen nach den Angaben in Iran, Kuba und Venezuela gedreht werden.

Spender bleiben anonym

Die Identität des Spenders wollte Dieudonne bei der Pressekonferenz, bei welcher der Komiker laut französischen Medienberichten vom Sonntag auf Fotos an der Seite von Präsident Ahmadinejad zu sehen war, nicht bekanntgeben. Den iranischen Präsidenten bezeichnete der Komiker als "einfachen Mann" und "großen Widerstandskämpfer". Er sei "von den Medien gelyncht" worden, sagte Dieudonne und betonte weiter, dass Ahmadinejad "im Iran mehr geliebt werde als Präsident Nicolas Sarkozy in Frankreich".

"Ober-Antizionist" im Publikum

Bei der Pressekonferenz im Pariser "Theatre de la Main d'Or" war auch Yahia Gouasmi anwesend, Leiter einer Schiitenbewegung in Frankreich und Präsident der "antizionistischen Partei", die von Dieudonne anlässlich der Europawahlen vom vergangenen Juni gegründet worden war. Gouasmi sagte, sich gemeinsam mit Dieudonne in die französische Botschaft in Teheran begeben zu haben, in der sich Reiss in Hausarrest befindet, "um zu überprüfen, ob sie unschuldig ist". Man habe es ihnen allerdings nicht erlaubt, die 24-Jährige zu treffen. "Dabei wollten wir anschließend beim obersten iranischen Führer intervenieren, damit er ihr seine Gnade zugestehe. Aber Frankreich wollte nicht, dass Clotilde mit Dieudonne zurückkehrt", so Gouasmi laut Zeitungsbericht.

Le Pen ist Taufpate von Dieudonnes Tochter

Dieudonne war in den 1990er Jahren zusammen mit dem jüdischen Komiker Elie Semoun aufgetreten, bevor er mit rassistischen und judenfeindlichen Anwandlungen von sich reden machte. Der schwarze Komiker liebäugelt mittlerweile mit französischen Rechtsextremen und machte den umstrittenen Politiker Jean-Marie Le Pen zum Taufpaten seiner Tochter.

Zuletzt wurde er Ende Oktober in Paris wegen Judenfeindlichkeit verurteilt. Der Komiker hatte zu einem seiner Auftritte den französischen Holocaust-Leugner Robert Faurisson eingeladen und diesem einen Preis verliehen. Bei der Show in einer Pariser Konzerthalle hatte ein als KZ-Häftling verkleideter Mitarbeiter von Dieudonne dem umstrittenen ehemaligen Literaturprofessor Faurisson einen Preis für "fehlende Gesellschaftsfähigkeit und Unverfrorenheit" verliehen.

Im Juni vergangenen Jahres war Dieudonne in einem Berufungsverfahren zu einer Geldstrafe verurteilt worden, nachdem er bei einem Auftritt über die "zionistische Lobby" hergezogen und die Judenvernichtung im Dritten Reich als "Pornografie der Erinnerung" bezeichnet hatte. Dieudonnes zionistische Wahlliste verfehlte im vergangen Juni den Einzug ins Europaparlament.

 

(Ag. )

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