„Men in Black“: Genauso cool im Hosenanzug

Kritik„Men in Black: International“ lässt eine neue Agentin so lässig auf Aliens schießen wie einst Will Smith.

Neu im Team: M (Tessa Thompson) bekommt die Uniform der intergalaktischen Diplomaten.
Neu im Team: M (Tessa Thompson) bekommt die Uniform der intergalaktischen Diplomaten.
Neu im Team: M (Tessa Thompson) bekommt die Uniform der intergalaktischen Diplomaten. – Sony Pictures

Bemerkenswert ist die „Men in Black“-Reihe schon: Da kam zu einer Zeit, in der Hollywoodproduzenten gerade Gefallen an Spektakeln in Überlänge fanden (1996, ein Jahr vor dem ersten „MiB“-Film, war „Independence Day“ erschienen), eine kurzweilige Actionkomödie heraus, die in Sachen Explosionen und Zerstörung zurückhaltend blieb und lieber auf verspielte Effekte mit schleimigen Aliens setzte. Die Men in Black, die (dank Gedächtnismanipulationsgerät) von der Öffentlichkeit unbemerkt den intergalaktischen Frieden wahren, haben einiges von klassischen Agentenfilmen übernommen, etwa, dass sie stets top gestylt, mit Hightech-Gadgets und selbstverständlichster Lässigkeit ans Werk gehen – und mit beachtlichem Arbeitsethos: Die Welt bedankt sich nicht dafür, gerettet worden zu sein.

Zugleich geht es hier viel nerdiger und durchgeknallter zu, es gibt Popkulturgags en masse, ungezwungene Buddy-Dialoge und herzige Momente mit Außerirdischen, die dem Kindchenschema entsprechen: Elemente, die man auch aus heutigen Marvel-Filmen kennt.

Einen kleinen Marvel-Verweis findet man auch im neuesten, vierten Film der „MiB“-Reihe: Da bewirft Agent H (Chris Hemsworth) einen bunthaarigen Alien – erfolglos – mit einem Hammer, also jener Waffe, mit der Thor, Hemsworths Stammrolle in den Marvel-Superheldenfilmen, kämpft. Zitierwütig ist „Men in Black: International“ auch in Bezug auf seine Vorgänger: Die Heldentaten der Agenten K und J (Tommy Lee Jones und Will Smith) aus den früheren Filmen sind in einem Gemälde in der Londoner MiB-Zentrale verewigt. Die neuen Protagonisten sind nun die Agenten H und M (Tessa Thompson), die zur Alienjagd nach Marrakesch und Neapel reisen und einen Maulwurf in den eigenen Reihen finden müssen.

Warum es noch immer Men in Black heißt, fragt M bei ihrer Rekrutierung. Oberagentin O (Emma Thompson) winkt ab: „Fangen Sie nicht damit an, ich hatte das Gespräch.“ Der Geschlechterdebatte widmet sich der Film mit der lapidaren Coolness, mit der er alles behandelt – und gibt Agentin M eine fetzige Megawaffe in die Hand. Unterhaltsames Popcornkino ohne viel Tiefgang, das geht auch im Hosenanzug.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.06.2019)

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