„J'accuse“: Wer klagt hier wen an?

Kritik In Venedig präsentierten Regieveteranen neue Filme mit rechtschaffenem Drall. Für Aufruhr sorgte Roman Polanskis wohl auch auf ihn selbst bezogener Dreyfus-Film „J'accuse“.

Die Macht der Medien damals, bei der Dreyfus-Affäre, und heute, mit #MeToo, liefert den Subtext von Polanskis Film „J’accuse“.
Die Macht der Medien damals, bei der Dreyfus-Affäre, und heute, mit #MeToo, liefert den Subtext von Polanskis Film „J’accuse“.
Die Macht der Medien damals, bei der Dreyfus-Affäre, und heute, mit #MeToo, liefert den Subtext von Polanskis Film „J’accuse“. – Venice International Film Festival

Der englische Titel klingt gar nicht nach Kontroverse: „An Officer And a Spy“. Ein Wortspiel, das auf die britische Ehrenbekundung „an officer and a gentleman“ verweist. Hält man sich jedoch an das französische Original, verheißt der jüngste Film von Roman Polanski, der am Freitag bei den Filmfestspielen von Venedig Premiere feierte, schon vom Namen her Entrüstung: „J'accuse“. Und obwohl er sich auf die berühmte Streitschrift Émile Zolas bezieht, in der dieser Aufklärung im Dreyfus-Skandal forderte, stellt sich unweigerlich die Frage: Wer klagt hier wen an?

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.09.2019)

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