Im Werden: Kulturbotschafter Lukas Pusch

Lukas Pusch ist von seinem sibirischen Abenteuer zurück, gewann die Biennale von Krasnojarsk und darf sich jetzt Kulturbotschafter von Novosibirsk nennen.

Die Fotos sind der Beweis, sonst würde man es kaum glauben: Bei der Kunst-Biennale von Krasnojarsk steht ein Grüppchen österreichischer und sibirischer Künstler vor einer Blechgarage und singt Österreichs Bundeshymne, die Fahne dazu hält der eigens aus Moskau angereiste österreichische Kulturattaché. Lukas Pusch hat die Biennale, eines der größten russischen Kunstevents, heuer gewonnen, gemeinsam mit seinen Mitreisenden, Konstantin Skotnikov von den „Blue Noses“ und zwei Fotografen. Das gebührend gloriose Ende einer exotischen Mission („Die Presse am Sonntag“ berichtete) – einen Sommermonat lang, acht schwere Autopannen mit einem SIL-330-Oldtimer-Lkw später. „Dieses Auto ist wie das Land, eine unvorhersehbare, grobschlächtige Diva“, scherzt Pusch, der Anfang der 90er-Jahre in Moskau Malerei studiert hat. „Wenn man mit so einer Kiste unterwegs ist, schlägt einem eine Mischung aus Respekt und Mitleid entgegen.“ Die Pannen versuchte die Fahrgemeinschaft wenigstens im Sinne der Reise zu nutzen und baten lokale Künstler an den abgelegensten Orten zur Gemeinschaftsausstellung in die „White Cube Gallery“ – die Blechgarage auf dem Rücken des Lkw. Wo auch das große Schild „Kulturbrücke Russland – Österreich“ prangte, samt Wappen – „wir zahlten keinen Kopeken Strafe mehr“. Ihr Ziel, die Mongolei, erreichten sie dennoch nicht – die Grenzkontrollen verbaten die Ein- und Ausfuhr der Bilder, die sie in Plein-Air-Manier malten, auf den Spuren von Sibirien-Reisendem Emil Nolde und der „Peredwischniki“ des 19.Jahrhunderts. Was zu unglaublichen Stopps in der Landschaft der Altai-Republik führte, größer als Österreich, dafür nur von rund 200.000 Einwohnern besiedelt. Fehlt nur noch der Ausstellungsort für diese Abenteuergeschichte. L. Pusch

almuth.spiegler@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.11.2009)

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