Gute Nacht, Leiermann!

Kritik Kann man die „Winterreise“ illustrieren? Soll man sie aktualisieren? Vielleicht. Kornél Mundruczós Version bei den Wiener Festwochen wirkt aber stellenweise lächerlich.

Diese Katze wird den „Wegweiser“ nicht überstehen: János Szemenyei spielt und singt die „Winterreise“ noch heute in den Gösserhallen.
Diese Katze wird den „Wegweiser“ nicht überstehen: János Szemenyei spielt und singt die „Winterreise“ noch heute in den Gösserhallen.
Diese Katze wird den „Wegweiser“ nicht überstehen: János Szemenyei spielt und singt die „Winterreise“ noch heute in den Gösserhallen. – (c) Wiener Festwochen Nurith Wagner-Strauss

Winterreise“, Franz Schuberts bewegender bis erschreckender Liederzyklus nach (in ihrer Bedeutung für das Werk oft unterschätzten) Gedichten Wilhelm Müllers, hat stets Interpretationen provoziert: plakative – der Wanderer will sich am Lindenbaum vor dem Tore aufhängen! – wie tiefe. Tatsächlich ist der Weg nicht weit vom romantischen Gefühl, fremd angekommen zu sein und fremd wieder auszuziehen, zum existenzialistischen Gefühl, in die Welt geworfen zu sein.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.06.2018)

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