Virtuosen, die noch nicht ganz beieinander sind

Kritik Julian Rachlin und Denis Matsuev mit Sonaten von Brahms und Schostakowitsch im Konzerthaus.

Denis Matsuev und Julian Rachlin streben offenbar eine neue Partnerschaft an.
Denis Matsuev und Julian Rachlin streben offenbar eine neue Partnerschaft an.
Denis Matsuev und Julian Rachlin streben offenbar eine neue Partnerschaft an. – imago/ITAR-TASS

Julian Rachlin und Denis Matsuev: zwei renommierte Virtuosen, die offenbar eine neue Partnerschaft anstreben. In Wien freilich schienen sie noch mehr für sich als miteinander zu musizieren. Das merkte man schon bei Schostakowitschs später Viola-Klavier-Sonate, die Anklänge an die erste Violin-Klavier-Sonate von Brahms besitzt, im Finalsatz auch mit Zitaten aus Beethovens Mondschein-Sonate und Eigenem gespickt ist. Mit den fragenden Pizzicati im ersten Satz, dem zwischen Ironie und Sarkasmus pendelnden Scherzo verrät sie einiges von der Todesangst des schwer kranken Komponisten. Eine packende Bekenntnismusik. Doch davon spürte man diesmal nur wenig. Zu unterschiedlich näherten sich die beiden diesem Werk. Gefühlvoll arbeitete Rachlin die spezifische Melancholie der Sätze heraus. Matsuev gab sich mit einer technisch perfekten, emotional neutralen Darstellung zufrieden.

Sie sind bereits Abonnent?

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.04.2019)

Meistgekauft
    Meistgelesen