Kammeroper: Aufklärung im Stil-Mischmasch

Kritik Wieder einmal versucht man, Leonard Bernsteins Voltaire-„Operetta“ „Candide“ zu retten. Hinter der spritzigen Ouvertüre steckt Marcel Prawys Fassung von 1976.

Entdeckung des Abends: die russische Koloratursopranistin Ilona Revolskaya als Cunegonde.
Entdeckung des Abends: die russische Koloratursopranistin Ilona Revolskaya als Cunegonde.
Entdeckung des Abends: die russische Koloratursopranistin Ilona Revolskaya als Cunegonde. – (c) Herwig Prammer

Eine Mücke macht noch keinen Sommer, eine geniale Ouverture noch kein gutes, abendfüllendes Stück. Nahezu jeder kennt diese frechen Rhythmen, diesen verführerischen Swing im typischen Bernstein-Sound, dass zwangsläufig große Neugier geweckt wird, was hinter diesem „Candide“ stecken könnte, wenn das Orchestervorspiel bereits so toll und aufregend klingt. Die Antwort lässt zweieinhalb Stunden auf sich warten und fällt zuletzt wenig schmeichelhaft aus. Die alte Theaterweisheit bestätigt sich: „Zu Unrecht vergessene Meisterwerke“ gibt es eigentlich nicht.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.05.2019)

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