Die Leerstelle des Todes von Parndorf

Manifesta. 2015 erstickten 71 Flüchtlinge in einem Lastwagen auf der A4. John Gerrard hat eine virtuelle Simulation des Fundorts geschaffen, es ist ein Schlüsselwerk der Biennale in Palermo. Ein Besuch beim Künstler im Wiener Studio.

In einem Palazzo in Palermo läuft John Gerrards virtuelle Simulation des Fundorts des Flüchtlingsdramas bei Parndorf. Von Computern nach Fotos berechnet, die er wenige Tage danach machte. In der Simulation wechselt das Tages- und Nachtlicht wie über die Dauer eines Jahres.
In einem Palazzo in Palermo läuft John Gerrards virtuelle Simulation des Fundorts des Flüchtlingsdramas bei Parndorf. Von Computern nach Fotos berechnet, die er wenige Tage danach machte. In der Simulation wechselt das Tages- und Nachtlicht wie über die Dauer eines Jahres.
In einem Palazzo in Palermo läuft John Gerrards virtuelle Simulation des Fundorts des Flüchtlingsdramas bei Parndorf. Von Computern nach Fotos berechnet, die er wenige Tage danach machte. In der Simulation wechselt das Tages- und Nachtlicht wie über die Dauer eines Jahres. – (c) Wolfgang Träger

Man sieht sie schon durch mehrere Räume hindurch, gerahmt von den dazwischenliegenden Türen: die schlichte Projektion eines völlig unauffällig wirkenden Stücks Straße. Langsam nur bewegt sich das Bild im Kreis, die Kamera scheint um diesen Ort schwebend zu schleichen, nimmt minutiös die Umgebung auf, das Gras neben dem Asphalt, die Bäume dahinter, den Sommerhimmel. Wir sind im Palazzo Forcella De Seta, einem der Hauptausstellungsorte der dieses Wochenende eröffnenden Manifesta 12, der europäischen Biennale für zeitgenössische Kunst, die derzeit in Palermo stattfindet. Und wir starren auf eine Stelle der A4 im Burgenland, bei Parndorf, wo im August 2015 unsagbar Grauenhaftes passierte.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.06.2018)

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