Marcel Reich-Ranicki ist tot: Erinnerungen an den Literaturpapst

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Europa trauert um einen seiner großen Literaturkritiker und Publizisten: Marcel Reich-Ranicki ist tot. Der gebürtige Pole starb am 18. September 93-jährig in Frankfurt. Der "Literaturpapst" verlor seinen Kampf gegen den Krebs. Im März diesen Jahres hatte er die Erkrankung öffentlich gemacht. Seine Frau Teofila, genannt Tosia, war 2011 im Alter von 91 Jahren gestorben.(c) EPA (Boris Roessler)
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Reich-Ranicki wurde 1920 im polnischen Wloclawek geboren. Wegen seiner jüdischen Herkunft wurde er ins Warschauer Ghetto gesperrt. Mit seiner Frau gelang die Flucht. Seine Eltern und Großeltern kamen hingegen in Konzentrationslagern um.(c) EPA (Boris Roessler)
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Seine literarische Karriere begann er nach dem Ende des zweiten Weltkriegs, zunächst in Polen, später ging er nach Deutschland. Reich-Ranicki schrieb von 1959 bis 1973 Kritiken für "Die Zeit". Von 1973 bis 1988 leitete er die Redaktion für Literatur und literarisches Leben der "FAZ".

Im Bild: 2007 wurde Reich-Ranicki Ehrendoktor der Humbold Universität in Berlin.(c) EPA (Steffen Kugler)
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Unmittelbar mit ihm verbunden sind seine harschen Kritiken: Ob gegen Martin Walser ("so ein erbärmliches Buch") oder Günter Grass ("ein ekelhaftes Gedicht"), mit dem Reich-Ranicki aber in der jüngeren Vergangenheit wieder Frieden schloss.

(c) APA/DPA/BORIS ROESSLER (DPA/BORIS ROESSLER)
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Zeitlebens erhielt Marcel Reich-Ranicki neben dem Ehrendoktortitel der Humboldt-Universität zahlreiche Auszeichnungen wie das Silberne Verdienstkreuz (Polen), den Europäischen Kulturpreis oder den Thomas-Mann-Preis. Einen Preis lehnte er allerdings ab:(c) EPA (HANNIBAL HANSCHKE)
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Für sein Lebenswerk und seine TV-Sendung "Das literarische Quartett" sollte Reich-Ranicki 2008 den Deutschen Fernsehpreis bekommen. Diesen "Blödsinn" lehnte er ab. Daraufhin bot ihm Thomas Gottschalk eine Diskussionsrunde im Fernsehen an. Letzten Endes wurde es ein Gespräch zwischen Gottschalk und Reich-Ranicki, das im ZDF ausgestrahlt wurde.(c) EPA (OLIVER BERG)
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