Wichtigster britischer Literaturpreis geht erstmals an Nordirin

Für ihren Roman "Milkman" erhielt die nordirische Autorin Anna Burns gestern den Man Booker Prize. Nach der Überreichung stürmte sie atemlos von der Bühne.

Anna Burns erzählt im Buch vom Schicksal eines 18-jährigen Mädchens
Anna Burns erzählt im Buch vom Schicksal eines 18-jährigen Mädchens
Anna Burns erzählt im Buch vom Schicksal eines 18-jährigen Mädchens – APA/AFP

Der britische Man-Booker-Literaturpreis geht in diesem Jahr an die nordirische Autorin Anna Burns. Die 56-Jährige wurde am Dienstagabend in London für ihren Roman "Milkman" ausgezeichnet. In dem Buch geht es um ein 18-jähriges Mädchen im Nordirland des Bürgerkriegs und ihre Erfahrungen mit sexueller Nötigung, konfessionellen Konflikten und sozialen Zwängen.

Burns habe die Stimme der "lustigen, widerstandsfähigen, scharfsinnigen, offenen" Ich-Erzählerin ausgeprägt und überzeugend umgesetzt, so die Jury.

Burns zeigte sich überrascht von der Auszeichnung. In einer kurzen Ansprache dankte sie ihren Agenten, Verlegern und Freunden. "Oh mein Gott, ich höre besser auf", sagte sie, bevor sie atemlos von der Bühne stürmte.

Der Man Booker Prize ist der wichtigste britische Literaturpreis. Er ist mit 50.000 Pfund (rund 57 000 Euro) dotiert. Ausgezeichnet werden Autoren, die auf Englisch schreiben und deren Werke in Großbritannien erscheinen. Die Trophäe wurde von der Frau des britischen Thronfolgers Prinz Charles, Herzogin Camilla (71), überreicht.

Im vergangenen Jahr bekam der US-Amerikaner George Saunders den Man-Booker-Literaturpreis. Er erhielt die Auszeichnung für seinen Debütroman "Lincoln in the Bardo". Zu den bisherigen Gewinnern zählen auch Margaret Atwood und Salman Rushdie.

(APA/red.)

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