Helene Hegemann: Längst nicht mehr "Jungautorin"

Die deutsche Autorin und Regisseurin Helene Hegemann über ihren dritten Roman »Bungalow«, Kritik ihres Vaters und die undifferenzierten Seiten der #MeToo-Debatte.

Helene Hegemann
Helene Hegemann
Helene Hegemann im Café des Wiener Innenstadt-Hotels Ruby Lissi. Zum Interview kam sie trotz Verkühlung ausnehmend gut gelaunt. – Die Presse (Clemens Fabry)

Sibylle Berg, eine gute Freundin von Ihnen, sagt, sie habe zu ihren fertig gedruckten Büchern keine Beziehung. Gerade ist Ihr dritter Roman „Bungalow“ erschienen. Wie ist Ihr Beziehungsstatus?

Helene Hegemann: Ich unterschreibe, was Sibylle sagt. Man ist über einen so langen Zeitraum gewöhnt daran, etwas Unvollständiges vor sich zu haben, das man jederzeit nach Belieben verändern kann – und dann ist es plötzlich gedruckt; es ist ein anderer Gegenstand. So ein unfertiger Roman als Datei auf dem Computer ist die permanente Aufforderung, darüber nachzudenken oder ihn zu modifizieren. In dem Moment, in dem man nichts mehr verändern kann, hat es nichts mehr mit dem Ursprung zu tun.

Löst das fertige Produkt keine Freude aus?

Das ist sehr viel weniger euphorisierend, als man annehmen würde. Ich dachte lang, das gedruckte Buch erstmals in der Hand zu haben, sei der großartigste Moment im Leben eines Schriftstellers. Und dann war es eine totale Enttäuschung.

Was ist dann der großartigste Moment eines Schriftstellers?

Das ist drin:

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