Aus dem „Format“ ist der „Trend.“ geworden

Der wöchentliche „Trend.“ sieht eher dem bisherigen „Format“ ähnlich als dem Monatstitel „Trend“.

Der „Trend.“: Inhaltlich mehr „Format“ als „Trend“.
Der „Trend.“: Inhaltlich mehr „Format“ als „Trend“.
Der „Trend.“: Inhaltlich mehr „Format“ als „Trend“. – (c) Beigestellt

Neu ist vor allem der Name. Das „Format“ heißt jetzt „Trend“ und hat einen Punkt bekommen: „Trend.“ steht in Lichtblau auf dem Cover. Kein silberner Rahmen. Kein roter Balken. Das wirkt ein wenig frischer. Für den Aufmacher hat der Verlag ein Interview mit Tesla-Chef Elon Musk von einem freien Journalisten zugekauft. Das Konterfei des Unternehmers ziert die am Freitag erstmals erschienene Ausgabe, eine Fusion aus „Trend“ und „Format“. Das Thema ist ebenso griffig wie populär: Es geht um die Mobilität der Zukunft. Inhaltlich, optisch und vom Volumen her ist der „Trend.“ mehr an das „Format“ angelehnt als an den monatlichen „Trend“. Jeden letzten Freitag im Monat wird der „Trend.“ aber mit mehr Umfang und höherwertiger Heftausstattung erscheinen, damit „die Tugenden des früheren Monatsmagazins weiter zur Geltung kommen“, wie die Chefredakteure Andreas Lampl und Andreas Weber im Premieren-Editorial versprechen.

An den Inhalten hat sich gegenüber dem „Format“ wenig geändert, außer die Namen der Ressorts, die da lauten: Start, Standpunkte, Österreich, Welt, Service, Privat. Dazu gibt es Branchenseiten, z. B. über Immobilien, Forschung und Tourismus. Auch Fremdkörper wie die „Gadgets“ (diesmal: das passende Outfit fürs Après-Ski in Kitzbühel) sind geblieben. Misslungen ist der Versuch, die Meinungsstrecke optisch hervorzuheben: Die „Standpunkte“ sind auf ausgewaschenem Lachsrosa abgedruckt. Das wirkt eher vergilbt als anregend – aber es fällt auf. Und: Eva Dichand hat einen „Essay“ beigesteuert. Unter dem Titel „Der persönliche Erfolg geht über alles“ zieht die „Heute“-Chefin und Ehefrau von „Krone“-Boss Christoph Dichand eine Zwischenbilanz ihrer Auszeit in New York. Solche Kampagnen wie die von Rupert Murdochs „New York Post“ (z. B. gegen den New Yorker Bürgermeister) seien in Österreich undenkbar: „Unsere salonlinken Gutmenschen, die sich so schon dauernd über den sogenannten Boulevard – direkt oder via Presserat – aufregen, würden wohl einem Herzinfarkt erliegen, wenn sie so etwas lesen würden“, schreibt Dichand. Der neue „Trend.“ ist also auch unterhaltend.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.01.2016)

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