Tim und Struppi: Klage gegen "rassistisches" Comic

Ein Comic-Abenteuer von "Tim und Struppi" erzürnt einen Kongolesen: Das Comic sei rassistisch und zeichne ein entwürdigendes Bild von Schwarzen. Tim erteilt darin afrikanischen Schulkindern Unterricht.

(c) EPA (Sebastien Pirlet)

Ein Kongolese will den Comic-Band "Tim im Kongo" verbieten lassen. Das Album aus der Reihe "Tim und Struppi" des belgischen Zeichners Herge vermittle ein erniedrigendes und entwürdigendes Bild der Schwarzen im Kongo, zitiert die französische Tageszeitung "Le Parisien" den in Belgien lebenden Buchhalter Bienvenu Mbutu. Deswegen wolle dieser jetzt in Frankreich juristisch gegen den Verlag vorgehen.

Auch überarbeitet noch "rassistisch"

Mbutu kritisiert, dass der Anfang der 1930er Jahre zum ersten Mal veröffentlichte Comic auch in der überarbeiteten Version noch "rassistisch" sei und Vorurteile gegenüber Kongolesen verfestige. Menschen mit dunkler Hautfarbe würden präsentiert, als wenn sie dumm wären und keine Qualitäten hätten.

In der ersten Ausgabe des Comics hatte sich der junge Reporter Tim in der ehemaligen belgischen Kolonie Kongo alles andere als politisch korrekt benommen.

Eine Szene zeigt ihn als Aushilfslehrer in einer afrikanischen Dorfschule. "Heute bringe ich Euch etwas über Euer Vaterland Belgien bei", erzählt er den "Negerkindern" in der Ursprungsversion.

Klage in Belgien

Später korrigierte der belgische Comiczeichner und -autor Herge (1907-1983) die allzu kolonialen Stellen. Nun gibt Tim den Kindern eine Mathestunde, und die erwachsenen Kongolesen reden auch nicht mehr nur in Infinitiven.

Mbutu Mondondo Bienvenu
Mbutu Mondondo Bienvenu
(c) EPA (Sebastien Pirlet)

In Belgien hat Mbutu bereits 2007 Klage gegen den Verlag Moulinsart eingereicht. Das Verfahren läuft noch. Das Pariser Blatt "Le Parisien" berichtet, die Stadtbibliothek von Brooklyn in New York habe den Comic bereits aus dem Regal nehmen lassen. Auch dort habe es Klagen gegeben.

 

(Ag.)

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