"Zur Zeit": Ehrung für Herausgeber ist abgesagt

Die Veranstaltung rund um den Medienpreis für das rechte Blatt ist abgesagt. Aber bedeutet das auch die definitive Aberkennung des Preises?

Im noblen Palais Epstein sollte die Ehrung stattfinden.
Im noblen Palais Epstein sollte die Ehrung stattfinden.
Im noblen Palais Epstein sollte die Ehrung stattfinden. – (c) APA

Die geplante Verleihung eines Medienpreises für die Herausgabe des rechts stehenden Blatts "Zur Zeit" am 8. November im Palais Epstein ist abgesagt worden. Das teilte das Büro der Dritten Nationalratspräsidentin Anneliese Kitzmüller (FPÖ) am Dienstag mit. Die Verleihung im Rahmen des Dinghofer-Symposiums hatte für heftige Kritik gesorgt, nicht zuletzt wegen eines faschistoiden Artikels in "Zur Zeit".

Bereits am Montag hatte sich das der FPÖ nahestehende Wochenmagazin "Zur Zeit" vom Artikel inhaltlich distanziert. Der Text sei aus Versehen ins Blatt gerutscht und sei eigentlich als "Brutal-Satire" gedacht gewesen. Darin wird unter anderem die Einführung von "Arbeitshäusern", die "Korrektionsmöglichkeit" im Wachzimmer, die Abschaffung "unnötiger Studienrichtungen" und die Säuberung des ORF von "linksextremen Elementen" gefordert.

Von der Opposition kam scharfe Kritik an der geplanten Ehrung: Es sei ein "falsches und fatales Signal", eine Zeitschrift auszuzeichnen, die "rechtsextreme Inhalte verbreitet", hatte sich die SPÖ empört. Auch die Neos hatten Kritik geübt.

Ob die Absage der Veranstaltung auch die definitive Aberkennung des Preises für die Herausgeber von "Zur Zeit" bedeutet, konnte man in Kitzmüllers Büro nicht definitiv sagen. Dort wurde auf die kurz gehaltene Aussendung verwiesen.

 

"Zur Zeit"

Die Zeitschrift "Zur Zeit" wurde 1997 von Andreas Mölzer, der damals für die FPÖ im Nationalrat saß, gegründet. Er fungiert nach wie vor als Herausgeber, gemeinsam mit Ex-ORF-Chefredakteur Walter Seledec.

(APA)

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