Erster Blick auf ORF 3

Der neue Kultur- und Informationssender soll im Mai starten und ORF III genannt werden. Die TW1-Frequenz wird wohl Sport Plus bekommen.

Erster Blick
Erster Blick
(c) APA/PHILIPP WILHELMER (PHILIPP WILHELMER)

Wie wird der neue ORF Spartenkanal, der Kultur- und Informationssender ORF 3 aussehen? Zumindest optisch steht das bereits fest: ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz präsentierte am Dienstag das Logo des Senders, es trägt "ORF III - Kultur und Information" im Schriftzug. Nach ORF eins und ORF 2 schreibt man also auch den dritten ORF-Sender anders. Das sei eine bewusste Entscheidung der Designer gewiesen, sagte Wrabetz: "Man zeigt die Familie, aber gleichzeitig auch die Unterschiedlichkeit."

TW1: Wrabetz tendiert zum Sport

Im Mai sollte der Sender eigentlich on Air gehen, die Frequenz steht allerdings noch nicht fest. Infrage käme TW1, doch die will auch der zweite Spartensender Sport Plus haben. Wrabetz tendiert dazu, dem Sport-Kanal die TW1-Frequenz zu geben. Denn für die neue, vierte Frequenz werden Restkapazitäten auf jenem Satellitenplatz verwendet werden, der derzeit für die Ausstrahlung der verschiedenen "Bundesland heute"-Sendungen genutzt wird und den Rest des Tages unbespielt bleibt. Ergo müsste jener Sender, der nicht auf der TW1-Frequenz bleibt, jeden Tag um 19.00 Uhr die Bundesländer-Nachrichten ausstrahlen, erklärte Wrabetz.

Für den Informations- und Kultur-Spartenkanal ORF 3 werde dies wohl eher möglich sein, als bei einem Sport-Kanal, der unter Umständen an dieser Stelle die Übertragung eines Live-Matches abbrechen müsse, meint Wrabetz. Kulturministerin Claudia Schmied und Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny hatten sich zuvor für die Kultur auf der TW1-Frequenz stark gemacht.

Komm Austria muss noch prüfen

Für den geplanten Start mit 1. Mai dürfte es freilich knapp werden. Noch ist die Auftragsvorprüfung der Medienbehörde Komm Austria nicht abgeschlossen. Dazu wollte TW1-Geschäftsführer Peter Schöber, der auch ORF 3 verantworten wird, bisher keinen Kommentar abgeben. Laut Gesetz hat die KommAustria für die Auftragsvorprüfung sechs Monate Zeit, Stichtag ist das Datum der Einbringung des Antrages. Der ging offenbar erst im Jänner ein, damit bliebe der Komm Austria bis Ende Juni Zeit.

Jeder Wochentag bekommt ein Profil

Schöber will den einzelnen Wochentagen ein klares Profil verpassen. Fixiert ist etwa bereits die Ausgestaltung des Donnerstags, der den Schwerpunkt "Internationales" bekommt. Dort wird ORF-Brüsselkorrespondent um 20.15 Uhr ein Magazin moderieren, das in Brüssel produziert wird. Unter dem Titel "Inside Brüssel" wird der Politik-Kenner gemeinsam mit Korrespondentenkollegen oder Kommissionsvertretern aktuelle Themen aus EU-Sicht diskutieren.

Ebenfalls am Donnerstag läuft eine 50-teilige Reportagereihe mit dem Namen "Im Brennpunkt", in der die langjährige Afrika-Korrespondentin von ARD und auch ORF, Marion Mayer-Hohdahl gestaltet. Darin werden mit Fokus auf Entwicklungsländer verschiedene Themenschwerpunkte aufgearbeitet.

Der Mittwoch wird auf ORF 3 vor allem dem Komplex Medizin, Religion und Philosophie verschrieben sein, der Dienstag wird der "Kulturtag", samt Wiederholung des ORF 2-"Kulturmontag", der auf dem Spartenkanal statt um 22.30 Uhr zur Primetime laufen wird.

Tägliche Kultursendung nach der "ZiB"

Stichwort Kultur: Dort wird ORF III nach der täglichen "Zeit im Bild" bzw. vor der Prime Time eine Alternative zu Sport (ORF eins) und Society (ORF 2) bieten: Täglich um 20.00 Uhr soll die Sendung "Kultur mal neun" laufen, kündigte Schöber an.

Das Kulturgesicht des Senders bleibt Barbara Rett, die neben ihrer Sendung "Kultur im Gespräch" wöchentlich eine Opernproduktion präsentiert. Die Mittel der Wahl sind dabei Making Offs oder Künstlerporträts. Unverändert für Literatur zuständig bleibt Heinz Sichrovsky. Im Sendekonzept sind außerdem Übertragungen der Plenarsitzungen von Nationalrat und Bundesrat jeweils in voller Länge vorgesehen.

 

(APA/Red.)

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