Serie "Braunschlag": Palfrader sieht die Muttergottes

Die achtteilige Serie von David Schalko erscheint am 9. März auf DVD – der ORF zeigt "Braunschlag" mit Robert Palfrader und Nicholas Ofczarek in den Hauptrollen ab Herbst.

Braunschlag Eine uroesterreichische Nabelschau
Braunschlag Eine uroesterreichische Nabelschau
(c) ORF (Ingo Pertramer)

Bereits ein halbes Jahr vor dem geplanten Sendestart schlägt die neue ORF-Serie "Braunschlag" Wellen: Am Donnerstagabend wurde sie im Wiener Künstlerhauskino vorgestellt, hunderte Produzenten, Schauspieler, Journalisten und Fans kamen zur Präsentation. Das dürfte mitunter an der Besetzung liegen: "Kaiser" Robert Palfrader und Burg-Star Nicholas Ofczarek spielen die Hauptrollen, für Buch und Regie zeichnet sich David Schalko verantwortlich, der jüngst mit "Aufschneider" mit Josef Hader einen Volltreffer beim Publikum landete. Bereits am 9. März erscheint "Braunschlag" auf DVD (Hoanzl), der ORF will die acht Mal 45 Minuten lange Serie im Herbst ausstrahlen, dann aber im Hauptabendprogramm.

Ein falsches Wunder soll den Ort retten

"Braunschlag" ist der Name eines gottverlassenen Waldviertler Nestes, das von seinem ebenso abgehalfterten wie bauernschlauen Bürgermeister Gerri Tschach (Palfrader) in den Ruin gewirtschaftet wird ("Mein Sohn hat Braunschlag zu einem zweiten Griechenland gemacht."). Um den Ort und seine eigene Haut zu retten, braucht der Ortshäuptling ein Wunder, das er kurzerhand mit Hilfe seines Freundes, des beinahe dauerbetrunkenen Orts-Discobesitzers Richard Pfeisinger (Ofczarek), selbst inszeniert: Er fingiert eine Marienerscheinung. Und damit das Wunder tatsächlich ein Wunder ist, kommt die wundersame Wiederauferstehung eines "Todgeweihten" genau richtig.

Nicht nur Pilger stürmen daraufhin den Ort, in den sich bis dato "allenfalls Schwammerlsucher hinverirrten", auch der Vatikan - in Form des balzenden Inquisitors Banyardi (Manuel Rubey) - und "St. Pölten" in Form des schmierig buckelnd-tretenden Katzlbrunner (Simon Schwarz) stehen vor der Tür.

"So kann man den ORF lieben"

Es gab und gibt es keinen Quotendruck, berichtet Ofczarek: "Wir haben etwas zu erzählen und das tun wir hier auch." An der Frage, ob die Serie bei einem breiten Publikum ankommen und auch außerhalb Österreichs funktionieren wird, schieden sich die Geister. Während Rubey "Braunschlag" nicht für "breitenwirksam" hält, findet Schalko, dass dies lediglich eine "Frage der Aufnahmebereitschaft" ist.

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz glaubt, dass sich "Braunschlag" aufgrund des enthaltenen Lokalkolorits für den internationalen Markt nicht eignet und wohl auch nicht refinanzierbar ist. Daher würde ein Privatsender ein solches Format auch niemals produzieren, meinte er bei der Vorabpräsentation.

Als begeisterten "Braunschlag-Fan" bezeichnete sich selbst auch die neue TV-Direktorin Kathrin Zechner. "Ob Burgtheater, Kaiser oder Schalko - so kann man den ORF unverwechselbar lieben", sagte sie in Bezug auf Ofczarek, Palfrader und Buchautor sowie Regisseur.

 

(APA)

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