Skinhead-Reportage: Deutsches BKA untersucht Bänder

Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt hat beim Bundeskriminalamt Wiesbaden um ein Gutachten angesucht. Die FPÖ wirft dem ORF vor, die Aufnahmen manipuliert zu haben.

SkinheadReportage Deutsches untersucht Baender
SkinheadReportage Deutsches untersucht Baender
(c) APA/ORF (ORF)

Mehr als zwei Jahre sind seit dem Eklat bei den Dreharbeiten zur "Am Schauplatz"-Folge "Am rechten Rand" bereits vergangen, am vergangenen Freitag hat die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt an die Staatsanwaltschaft Wiesbaden ein Amtshilfeansuchen gestellt. Das bestätigte Sprecher Erich Habitzl am Montag. In Wiesbaden möchte man vom dortigen deutschen Bundeskriminalamt (BKA) eine Expertise über jene Kassette erlangen, auf der eine Begegnung zweier Skinheads mit FPÖ-Chef Heinz Christian Strache zu sehen ist.

Dem ORF-Redakteurs Ed Moschitz wird vorgeworfen, die Kassette manipuliert zu haben, was er bestreitet und auch rechtlich zu bekämpfen versuchte - bisher vergeblich. Die Verzögerungen im Gutachten begründete Habitzl damit, dass ein Einstellungsantrag von Moschitz dies verschleppt habe.

Auch gegen Strache wird ermittelt

Der Hintergrund des Verfahrens: Strache hatte behauptet, der Redakteur habe die Burschen zu Nazisagern angestiftet, was allerdings aus den Aufnahmen nicht hervorgeht. Gegen den FPÖ-Chef wird deswegen seinerseits wegen möglicher falscher Beweisaussage und Verleumdung ermittelt.

Moschitz hatte am Freitag angekündigt, sich gegen die Verschleppung des Verfahrens wehren zu wollen. Er will den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg anrufen. Der ORF-Reporter meint, solange die Verfahren nicht abgeschlossen seien, sei er "kriminalisiert und in seiner Arbeit als Journalist behindert".

Diesen Vorwurf weist Habitzl zurück. Der Einstellungsantrag sei sowohl von Landesgericht Wiener Neustadt als auch vom Oberlandesgericht Wien abgewiesen worden. "Insofern besteht der Verdacht einer strafbaren Handlung."

 

(APA)

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