Peter Handke erhält Nestroy für sein Lebenswerk

Die Nominierungen für den Theaterpreis Nestroy sind da, auch erste Preisträger stehen schon fest. Unter ihnen der Schriftsteller Peter Handke.

Pressekonferenz zur Urauff�hrung der Oper Spuren der Verirrten von Philipp Glass nach einem Roma
Pressekonferenz zur Urauff�hrung der Oper Spuren der Verirrten von Philipp Glass nach einem Roma
Peter Handke auf einem Archivbild – (c) imago/Rudolf Gigler (imago stock&people)

Der Schriftsteller Peter Handke wird bei der 19. Nestroy-Gala am 17. November im Theater an der Wien mit dem Nestroy-Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Bestes Stück ist "jedermann (stirbt)" von Ferdinand Schmalz, die beste Ausstattung der Saison lieferte Alice Babidge für "Hotel Strindberg" im Akademietheater. Für weitere zehn Kategorien hat der Wiener Bühnenverein heute die Nominierungen bekanntgegeben.

"Dass Peter Handke heuer mit dem Nestroy für sein Lebenswerk ausgezeichnet wird: Das ist nichts weniger als eine selbstverständliche Würdigung eines Dichters, der (...) auch das Theater der letzten 50 Jahre entscheidend bereichert hat", begrüßte Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) die Entscheidung der Jury. "In der Geschichte heimischer, deutschsprachiger und internationaler Bühnen ist sein Werk von einzigartiger, weil einzelgängerischer Eindringlichkeit."

Als Beste Schauspielerin sind Anja Herden, Sandra Hüller, Caroline Peters, Aenne Schwarz und Valery Tscheplanowa nominiert, auf einen Nestroy in der Kategorie Bester Schauspieler dürfen Herbert Föttinger, Jens Harzer, Michael Maertens, Peter Simonischek und Martin Wuttke hoffen.

Flüchtling für beste Nebenrolle nominiert

Eine Überraschung gibt es in der Nebenrollen-Sparte: Hier ist neben den Profis Dörte Lyssewski, Falk Rockstroh, Alexander Strobele und Martin Vischer auch der irakische Flüchtling Yousif Ahmad nominiert, der in der Volkstheater-Produktion "Gutmenschen" einen Kurz-Auftritt als er selbst hat und noch immer auf einen Asyl-Bescheid wartet.

Für die Beste Regie sind Thomas Köck und Elsa-Sophie Jach mit "Die Zukunft reicht uns nicht (klagt, Kinder klagt!)" im Schauspielhaus Wien, Dusan David Parizek mit "Vor Sonnenaufgang" im Akademietheater und Simon Stone mit seinem "Hotel Strindberg" (ebenfalls im Akademietheater) nominiert.

Die Beste Bundesländer-Aufführung könnte aus dem Schauspielhaus Graz ("Böhm" von Paulus Hochgatterer, Inszenierung Nikolaus Habjan), dem Stadttheater Klagenfurt ("Iwanow" in der Regie von Mateja Koleznik) oder dem Schauspielhaus Salzburg ("Srebrenica" nach Hasan Nuhanovic, Inszenierung und Theaterfassung: Peter Arp) kommen. Als Beste Aufführung im deutschsprachigen Raum ist neben Karin Henkels "Beute Frauen Krieg" aus Zürich und Ersan Mondtags "Das Internat" aus Dortmund auch Ulrich Rasches Salzburger Festspiele-Produktion "Die Perser" nominiert.

ORF III überträgt die Gala

Für den Nestroy-ORF-III-Publikumspreis stehen fünf Schauspielerinnen und fünf Schauspieler zur Wahl: Stefanie Dvorak, Sarah Viktoria Frick, Maria Köstlinger, Petra Morzé, Sophie Rois, Nikolaus Habjan, Markus Hering, Philipp Hochmair, Tobias Moretti und Bernhard Schir. Die Abstimmung läuft von 5. bis 16. November auf http://tv.orf.at/orfdrei.

ORF III überträgt die Gala, bei der Maria Happel, Viktor Gernot und Peter Fässlacher nach einem Skript von Nicolaus Hagg durch den Abend führen werden, am 17. November live-zeitversetzt ab 20.15 Uhr.

Nestroy Preis 2018: Die Nominierungen

LEBENSWERK

  • Peter Handke

BESTES STÜCK - AUTORENPREIS

  • Ferdinand Schmalz für "jedermann (stirbt)", Burgtheater

BESTE AUSSTATTUNG

  • Alice Babidge für "Hotel Strindberg" von Simon Stone, Akademietheater

BESTE SCHAUSPIELERIN

  • Anja Herden in "Mitleid. Die Geschichte des Maschinengewehrs" von Milo Rau, Volx/Margareten
  • Sandra Hüller als Penthesilea in "Penthesilea" von Heinrich von Kleist, Salzburger Festspiele
  • Caroline Peters in "Hotel Strindberg" von Simon Stone, Akademietheater
  • Aenne Schwarz als Zarina in "The Who and the What" von Ayad Akhtar, Akademietheater
  • Valery Tscheplanowa in "Die Perser" von Aischylos, Salzburger Festspiele

BESTER SCHAUSPIELER

  • Herbert Föttinger als Bernhardi in "Professor Bernhardi" von Arthur Schnitzler, Theater in der Josefstadt
  • Jens Harzer als Achilles in "Penthesilea" von Heinrich von Kleist, Salzburger Festspiele
  • Michael Maertens als Alfred Loth in "Vor Sonnenaufgang" von Ewald Palmetshofer, Akademietheater
  • Peter Simonischek als Afzal in "The Who and the What" von Ayad Akhtar, Akademietheater
  • Martin Wuttke in "Hotel Strindberg" von Simon Stone, Akademietheater

BESTE NEBENROLLE

  • Yousif Ahmad als Yousef in "Gutmenschen" von Yael Ronen und Ensemble, Volkstheater
  • Dörte Lyssewski als Annemarie Krause in "Vor Sonnenaufgang" von Ewald Palmetshofer, Akademietheater
  • Falk Rockstroh als Baron Franz von Trotta und Sipolje in "Radetzkymarsch" nach dem Roman von Joseph Roth, Burgtheater
  • Alexander Strobele als Eder in "In der Löwengrube" von Felix Mitterer, Theater in der Josefstadt
  • Martin Vischer als Jim O'Connor in "Die Glasmenagerie" von Tennessee Williams, Akademietheater

BESTE REGIE

  • Thomas Köck & Elsa-Sophie Jach mit "Die Zukunft reicht uns nicht (klagt, Kinder klagt!)" von Thomas Köck, Schauspielhaus Wien
  • Dusan David Parizek mit "Vor Sonnenaufgang" von Ewald Palmetshofer, Akademietheater
  • Simon Stone mit "Hotel Strindberg" von Simon Stone, Akademietheater

BESTER NACHWUCHS WEIBLICH

  • Lara Sienczak als Sophie Scholl in "Die Weiße Rose" von Petra Wüllenweber, Theater der Jugend
  • Irina Sulaver als Suzanne/Zephyr/Loretta in "Saturn kehrt zurück" von Noah Haidle, Burgtheater-Vestibül
  • Claudia Waldherr als Lottie Fox in "Der fantastische Mr. Fox" von Roald Dahl, Theater der Jugend

BESTER NACHWUCHS MÄNNLICH

  • Nicolaas van Diepen in "Swing: Dance to the Right" von Martin Gruber, aktionstheater ensemble in Kooperation mit Spielboden Dornbirn und WERK X
  • Peter Fasching in "Die Zehn Gebote" nach den Filmen von Krzysztof Kieślowski, Volkstheater
  • Felix Strobel als Hans Scholl/Fritz Hartnagel in "Die Weiße Rose" von Petra Wüllenweber, Theater der Jugend

SPEZIALPREIS

  • "Apollon" Konzept und Performance Florentina Holzinger, Tanzquartier Wien
  • "Die Kinder der Toten" von Elfriede Jelinek, Regie: Nature Theater of Oklahoma, steirischer herbst
  • "Häusliche Gewalt Wien" von Markus Öhrn, Wiener Festwochen

BESTE OFF-PRODUKTION

  • "Homohalal" von Ibrahim Amir, Inszenierung Ali M. Abdullah, WERK X
  • "Muttersprache Mameloschn" von Sasha Marianna Salzmann, Inszenierung Sara Ostertag, Makemake Produktionen in Koproduktion mit dem KosmosTheater
  • "Viel gut essen" von Sibylle Berg und Kreisky, Rabenhof Theater

BESTE BUNDESLÄNDER-AUFFÜHRUNG

  • "Böhm" von Paulus Hochgatterer, Inszenierung Nikolaus Habjan, Schauspielhaus Graz
  • "Iwanow" von Anton Tschechow, Inszenierung Mateja Koleznik, Stadttheater Klagenfurt
  • "Srebrenica" nach dem Bericht von Hasan Nuhanovic, Inszenierung und Theaterfassung Peter Arp, Schauspielhaus Salzburg

BESTE DEUTSCHSPRACHIGE AUFFÜHRUNG

  • "Beute Frauen Krieg" nach "Die Troerinnen" und "Iphigenie in Aulis" von Euripides, Inszenierung Karin Henkel, Schauspielhaus Zürich
  • "Das Internat" von Ersan Mondtag, Text von Alexander Kerlin und Matthias Seier, Inszenierung Ersan Mondtag, Theater Dortmund
  • "Die Perser" von Aischylos, Inszenierung Ulrich Rasche, Salzburger Festspiele in Koproduktion mit dem Schauspiel Frankfurt

(APA)

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