Burgschauspieler Peter Matic ist tot

Der beliebte Schauspieler ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Bekannt wurde er auch als Synchronsprecher des britischen Charakterdarstellers Ben Kingsley.

Archivbild: Peter Matic bei den Festspielen in Reichenau.
Archivbild: Peter Matic bei den Festspielen in Reichenau.
Archivbild: Peter Matic bei den Festspielen in Reichenau. – (c) APA

Der Schauspieler und Synchronsprecher Peter Matic ist am gestrigen Donnerstag überraschend verstorben, wie das Burgtheater heute in einer Aussendung mitteilte. Matic wurde 82 Jahre alt. Der gebürtige Wiener war nicht nur als Mitglied des Burgtheaters ein Fixstern des heimischen Kulturlebens, sondern auch in zahlreichen Filmen und als Synchronsprecher, etwa für Hollywoodstar Ben Kingsley, zu erleben.

Geboren wurde der grazile Publikumsliebling mit dem verschmitzt-freundlichen Äußeren am 24. März 1937 in Wien. Nach einer privaten Schauspielausbildung bei Dorothea Neff war er von 1960 bis 1968 am Theater an der Josefstadt engagiert. Nach Stationen in Basel und an den Münchner Kammerspielen wechselte er 1972 an das Berliner Schillertheater, wo er als einer der Ensemble-Stars in den folgenden 22 Jahren rund 50 Rollen spielte.

1993 war er in der österreichischen Erstaufführung von Hans Hollmanns Stück "Kroatischer Faust" erstmals an der Burg zu sehen. Im Jahr darauf wurde er ins Ensemble aufgenommen und arbeitete in der Folge am Burgtheater u.a. mit Giorgio Strehler, Adolf Dresen, George Tabori, Dieter Giesing, Georg Schmiedleitner, Andrea Breth, Barbara Frey und Leander Haußmann. Er verkörperte an der Burg insgesamt 85 Rollen. Daneben war Matic, der sich seit 2006 Kammerschauspieler nennen durfte, in Wien regelmäßig an der Volks- und der Staatsoper sowie bei den Sommerfestspielen Reichenau zu sehen.

Er stand kurz vor dem Ruhestand

Am Burgtheater war er bis zuletzt als Amtsgerichtsrat in "Glaube Liebe Hoffnung" von Ödön von Horvath und als Rabbi in "Hiob" von Joseph Roth zu sehen, mit seiner Rolle als Wirt in Johann Nestroys "Liebesgeschichten und Heiratssachen" hätte sich Matic am Dienstag eigentlich am Haus am Ring in den Ruhestand verabschieden sollen. Wie zahlreiche andere Ensemblemitglieder war er noch am Mittwoch bei der Ehrung der scheidenden Burgtheater-Direktorin Karin Bergmann dabei.

Am Burgtheater zeigte man sich bestürzt über das Ableben des Kammerschauspielers. "Mit Peter Matic verlieren wir einen einzigartigen Schauspieler, aber jenseits des künstlerischen Verlustes trauern wir um einen der nobelsten, freundlichsten, großzügigsten Kollegen, der dieses Credo in seiner täglichen Arbeit im Umgang mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dieses Hauses lebte", wurde Direktorin Karin Bergmann in der Aussendung zitiert.

Hörbücher und Hörspiele

Seit den 1960ern stand Matic auch vor der Kamera, zuletzt etwa im Österreich-"Tatort" "Wahre Lügen". Darüber hinaus wirkte in 50 ORF-Hörspiel-Produktionen mit und war als Hörbuch-Interpret und Synchronsprecher bekannt. Sein persönliches Opus Magnum dürfte Marcel Prousts Monumentalwerk "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" sein, das 2010 zum "Hörbuch des Jahres" gekürt und 2011 mit dem "Preis der deutschen Schallplattenkritik" ausgezeichnet wurde.

2001 wurde Matic mit dem Albin-Skoda-Ring für einen "besonders hervorragenden Sprecher unter den lebenden Schauspielern des deutschen Sprachgebietes" ausgezeichnet, 2005 als "Schauspieler des Jahres" beim "ORF-Hörspielpreis". 2010 erhielt er das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien und 2015 das Goldene Ehrenzeichen des Landes Niederösterreich, im Jahr darauf folgte das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse.

Matic hätte bei den in Kürze beginnenden Festspielen im niederösterreichischen Ort Reichenau im Franz-Werfel-Stück „Eine blassblaue Frauenschrift“ die Rolle des Vinzenz Spittelberger spielen sollen. Das Stück hat am 1. Juli Premiere.

(APA/Red.)

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