Sechs Preise: Beyonce triumphiert bei Grammys

Die R&B-Sängerin ist mit sechs Grammys die große Gewinnerin des Musikpreises. In der "Königskategorie" räumte aber eine Jüngere ab. Ausgezeichnete Österreicher: Joe Zawinul und Stefan Sagmeister.

Beyonce wins for best female pop vocal performance at the annual Grammy Awards in Los Angeles
Beyonce wins for best female pop vocal performance at the annual Grammy Awards in Los Angeles
(c) REUTERS (Mike Blake)

Zwei Frauen sind die wichtigsten Gewinnerinnen der diesjährigen Grammy-Verleihung in der Nacht auf Montag: Die R&B-Queen Beyonce holte mit insgesamt sechs Grammys die meisten Preise, darunter mit ihrem Hit "Single Ladies" den Song des Jahres. Nie zuvor hat eine Frau bei dem wichtigsten US-Musikpreis mehr Auszeichnungen eingeheimst. Den Grammy für das Beste Album des Jahres, die wichtigste Auszeichnung des US-Musikpreises und damit "Königskategorie", erhielt die Country-Pop-Sängerin Taylor Swift mit ihrer Platte "Fearless".

Preise gab es auch für die zwei nominierten Österreicher: Joe Zawinul erhielt für sein Album "75" posthum einen Grammy für für das Beste zeitgenössische Jazz-Album ("Best Contemporary Jazz Album"). Designer Stefan Sagmeister wurde für das „Best Recording Package" für „Everything That Happens Will Happen Today von David Byrne und Brian Eno ausgezeichnet. Sagmeister war für diese Box auch in der Kategorie "Best Boxed Or Special Limited Edition Package" nominiert. Hier unterlag er aber Gary Burden, Jenice Heo & Neil Young. Dem österreichischen Akustikunternehmen AKG wurde ein Spezial-Grammy, der "Technical Grammy Award 2010", zugesprochen.

Vier Preise für Taylor Swift

Die erst 20-jährige Country-Sängerin Taylor Swift setzte sich beim besten Album gegen Beyonce, Lady Gaga, die Black Eyed Peas und die Dave Matthews Band durch. Sie ist damit die bisher jüngste Künstlerin, die den Award erhielt. Bei der Entgegennahme der Trophäe zeigte sich Swift fassungslos. "Ich hoffe Sie wissen, wie viel mir das bedeutet", sagte sie. "Meine Familie flippt aus."

Swifts Platte "Fearless" hatte zuvor schon den Grammy für das beste Country-Album des Jahres gewonnen. Weitere zwei Trophäen sahnte Taylor Swift mit dem Song "White Horse" ab, den Grammy für die beste Aufnahme einer Country-Sängerin und einen weiteren für den Country-Song des Jahres.

R&B-Kategorie fest in Beyonces Hand

Die zehnfach nominierte Beyonce wurde ihrer Favoritenrolle gerecht: Der Song "Single Ladies" brachte ihr nicht nur den Grammy für den Song des Jahres ein, sondern auch die Grammys für den besten R&B-Song und die beste Aufnahme einer R&B-Sängerin. Die 28-Jährige setzte sich auch in den Kategorien bestes zeitgenössisches R&B-Album ("I Am ... Sasha Fierce") und beste traditionelle R&B-Darbietung für den Song "At Last" aus dem Film "Cadillac Records" durch.

Auch in der Kategorie "Bester Pop-Song einer Sängerin" überstrahlte sie ihre Konkurrentinnen Taylor Swift, Katy Perry und Pink mit ihrer Hit-Single "Halo" aus dem Erfolgsalbum "I Am... Sasha Fierce". "Es ist ein unglaublicher Abend für mich", sagte Beyonce atemlos auf der Bühne. Sie bedankte sich nicht nur bei ihren Fans, sondern auch ausdrücklich bei ihrem Ehemann, US-Rapper Jay-Z.

Etwas enttäuschend verlief der Abend für die Schock-Pop-Ikone Lady Gaga: Die 23-Jährige war fünf Mal nominiert gewesen, setzte sich aber nur in zwei Kategorien durch: „Best Dance Recording" und „Best Electronic/Dance Album". Sie sorgte wie erwartet für eine spektakuläre Bühnenshow.

Kings of Leon "glücklich betrunken"

Die Trophäe für die Aufnahme des Jahres ging an die Rocker Kings of Leon für ihren Song "Use Somebody". Die Gruppe bedankte sich mit den Worten "ehrlich gesagt sind wir alle ein bisschen betrunken, glücklich betrunken" für ihren Grammy. Die dreieinhalbstündige Verleihzeremonie in der Nacht auf Montag wurde vom Staples Center von Los Angeles weltweit ausgestrahlt.

Die Popgruppe "Black Eyed Peas" nahm drei Grammys entgegen, darunter für das beste Pop-Album. Zum besten Rock-Album wählten die Grammy-Juroren "Twentyfirst Century Breakdown" von Green Day.

Newcomer des Jahres: Zac Brown

Newcomer des Jahres wurde die Zac Brown Band. Ihre sechs Countrysänger erhielten den Grammy für die beste Nachwuchsgruppe. Sowohl deren Album "The Foundation", als auch die beiden Singles "Chicken Fried" und "Toes" toppten die US-Country-Charts.

Newcomer des Jahres: Zac Brown von der Zac Brown Band
Newcomer des Jahres: Zac Brown von der Zac Brown Band
(c) Reuters (MIKE BLAKE)

Der Komödiant Steven Colbert quittierte den Preis für das beste Comedy-Album, das er für seine weihnachtliche Aufnahme gewann, mit der Bemerkung: "Ich sollte Jesus danken für so einen großartigen Geburtstag".

Posthume Ehrung für Michael Jackson

Michael Jackson wurde mit einer bewegenden 3D-Version seines "Earth Song" sieben Monate nach seinem Tod bei der Verleihung der Grammys in Los Angeles geehrt. Ein dreidimensionales Erlebnis für das Live-Publikum im Staples Center lieferten spezielle 3D-Brillen, die zuvor verteilt worden waren. Solche Brillen waren von einer Handelskette auch US-weit für die Fernsehzuschauer vertrieben worden. Gemeinsam mit Jacksons Stimme sangen Usher, Carrie Underwood, Celine Dion, Jennifer Hudson und Smokey Robinson in der Nacht zum Montag live auf der Bühne. Jackson hatte den Song ursprünglich für seine geplante Tour "This Is It" produziert.

Paris und Prince Michael Jackson bedanken sich für den Ehrenpreis für ihren verstorbenen Vater
Paris und Prince Michael Jackson bedanken sich für den Ehrenpreis für ihren verstorbenen Vater
(c) Reuters (MIKE BLAKE)

Jacksons ältesten Kinder Prince (12) und Paris (11) bedankten sich anschließend im Namen ihres Vaters für den posthum verliehenen Grammy für sein Lebenswerk. "Seine Botschaft war einfach: Liebe. Wir werden diese Botschaft weitertragen", versprach Prince. Zu Lebzeiten hatte der "King of Pop" 13 Grammys gewonnen. Der Popsänger war im Juni im Alter von 50 Jahren an der Überdosis eines von seinem Arzt gespritzten Narkosemittels gestorben.

Auch die Opfer der Erdbebenkatastrophe in Haiti wurden bei allem Glamour nicht vergessen: R&B- Sängerin Mary J. Blige und der italienische Tenor Andrea Bocelli sangen gemeinsam eine bewegende Interpretation des Klassikers "Bridge Over Troubled Water" von Simon & Garfunkel. Fans können sich die Version bei I-Tunes herunterladen. Der Erlös komme dem amerikanischen Roten Kreuz zu Gute, versprach der Musiker Wyclef Jean auf der Bühne. Der gebürtige Haitianer setzt sich seit Wochen für Hilfslieferungen in seinem Heimatland ein.

109 Grammy-Kategorien

Die Grammys in Form eines goldenen Grammophons sind die wichtigsten amerikanischen Musikpreise. Sie werden von der Organisation der Musikindustrie in 109 Kategorien in den Sparten Rock, Pop, Folk, Jazz und klassischer Musik verliehen.


DIE WICHTIGSTEN KATEGORIEN IM ÜBERLICK

  • Album des Jahres: "Fearless," Taylor Swift
  • Song des Jahres: "Single Ladies (Put A Ring On it)," Beyonce Knowles
  • Aufnahme (Single) des Jahres: "Use Somebody," Kings of Leon
  • Newcomer des Jahres: Zac Brown Band
  • Bestes Pop-Vocal-Album: "The E.N.D.", The Black Eyed Peas
  • Bestes Rock-Album: "21st Century Breakdown," Green Day
  • Bester Rock-Song: "Use Somebody," Kings of Leon
  • Bestes R&B-Album: "BLACKsummers'night", Maxwell
  • Bestes Rap-Album: "Relapse," Eminem
  • Bestes Country-Album: "Fearless," Taylor Swift
  • Beste Tanz-Aufnahme: "Poker Face," Lady Gaga
  • Bestes Electronic-Dance-Album: "The Fame," Lady Gaga
  • Bestes Alternative-Music-Album: "Wolfgang Amadeus Phoenix," Phoenix
  • Bestes Klassik-Album: Gustav Mahler: Symphony No. 8; Adagio from Symphony No. 10, Dirigent Michael Tilson Thomas, San Francisco Symphony
  • Beste Opernaufnahme: Benjamin Britten: Billy Budd, Dirigent Daniel  Harding, London Symphony Orchestra)

Österreichische Preisträger

  • Bestes Zeitgenössisches Jazz-Album: "75", Joe Zawinul
  • Best Recording Package: Box "Everything That Happens Will Happen Today" (David Byrne & Brian Eno), Stefan Sagmeister
  • Technical Grammy Award 2010: Akustikunternehmen AKG

(Ag./Red.)

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