2,7 Millionen Besucher beim Donauinselfest

Die Hamburger Band Tocotronic beendete das Donauinselfest auf der FM4-Bühne. Beim Auftritt des Rappers Yung Hurn musste die Bühne wegen großen Andrangs abgeriegelt werden.

Beim Auftritt von Yung Hurn musste der Bereich um die FM4-Bühne wegen des großen Andrangs kurzfristig abgeriegelt werden.
Beim Auftritt von Yung Hurn musste der Bereich um die FM4-Bühne wegen des großen Andrangs kurzfristig abgeriegelt werden.
Beim Auftritt von Yung Hurn musste der Bereich um die FM4-Bühne wegen des großen Andrangs kurzfristig abgeriegelt werden. – APA/HERBERT P. OCZERET

Reine Vernunft darf niemals siegen - aber für die Band, die dies fordert, ist ein Auftritt auf der FM4-Bühne jedenfalls eine Art Heimsieg. Tocotronic boten einen höchst würdigen Abschluss des 36. Donauinselfestes. Parallel dazu war mit Revolverheld auch auf der von Ö3 bespielten Festbühne eine deutsche Formation zu Gast. Apropos Gäste: 2,7 Millionen Besuche wurden heuer auf der Insel gezählt.

"Guten Abend Wien! Es ist so herrlich": Mit diesen Worten begrüßte die deutsche Rock-Pop-Band Revolverheld die Fans. Frontmann Johannes Strate scherzte, dass man sich wie "Opas vom Donauinselfest" vorkomme, immerhin sei man schon vor 13 Jahren dabei gewesen. Mit im Gepäck hatte die Band Altes und Neues - von "Freund bleiben" über "Halt dich an mir fest" bis hin zu "Ich werde nie erwachsen" reichte das Repertoire. Natürlich durfte auch der Riesenhit "Ich lass für dich das Licht an" nicht fehlen.

Auch an Entertainment-Faktor fehlte es den Deutschen nicht: Zwischenzeitlich schlüpften die Revolverhelden in weiße Jacken, um
eine Tanzeinlage a la Boygroup zu zeigen, wobei es Strate nicht an
Selbstironie fehlte, um schnell raus "aus dem Fummel" zu schlüpfen:
"Ich schaue aus wie ein Schneemann." Mit "So wie jetzt" und
Konfettiregen setzte Revolverheld den Schlussakkord für die
Festbühne.

Großer Andrang bei Yung Hurn

Fulminant fiel dieser auch auf der FM4-Bühne aus. Auch wenn sich
der Auftakt eine Spur anders gestaltete als bei den Rap-Stars der
vergangenen Tage, bei denen mitunter (also bei Yung Hurn) der
Bereich wegen des großen Andrangs kurzfristig abgeriegelt werden
musste. Es folgte nicht sofort ein kollektives Auszucken der Crowd,
als Dirk von Lowtzow und seine Mannen die Bühne enterten. Auch das
Hallo war eher von der höflichen Sorte: "Wir sind die Band
Tocotronic und begrüßen euch auf das Allerherzlichste."

Was folgte war ein stimmiger Gig, in dem sich Freunde der
Hamburger Formation fühlen durften wie im Fanhimmel. "Let There Be
Rock", "Hi Freaks", das fast enthusiastisch gefeierte "Aber hier
leben, nein danke", "This Boy is Tocotronic", "Macht es nicht
selbst" oder "Letztes Jahr im Sommer" wurden druckvoll dargeboten.
Die Band befand sich sichtlich in Spiellaune - und bedankte sich
artig: "Ihr seid ein ausgesprochen reizendes Publikum."

Schön dazu passte auch die Nummer "Electric Guitar" vom aktuellen
Album "Die Unendlichkeit". Die Jugend, von der dort erzählt wird,
ist schon einige Jahre her - was sich eh gut ergab: Der
Altersschnitt der Menschen vor der FM4-Stage war geringfügig höher
als bei den Auftritten der Rapper. Sogar eine Zugabe ging sich nach
der obligatorischen Zuspielung des Chansons "Die großen weißen
Vögel" von Ingrid Caven noch aus. Das mit "Freiburg" ein absoluter
Klassiker zum Zug kam, war schließlich ein perfekter
Inselfestabschluss. Dass "Reine Vernunft darf niemals siegen" in der
Setlist fehlte, war somit verschmerzbar.

(APA)

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