Unter 20 Euro

Merak

Ein aus Sarajewo stammender Profifußballer hat mit seinem Vater im 15. Wiener Bezirk eine köstliche Cevapcici-Bude eröffnet: das Merak. Reservierung empfohlen!

Merak
Merak
Merak – (c) Merak

Es gibt Kombinationen, die funktionieren einfach. Cevapcici und ein aus Sarajewo stammender Fußballer dürfte so eine sein. In der Äußeren Mariahilfer Straße hat nämlich der aus Bosnien und Herzegowina stammende Profifußballer Mirnel Sadović gemeinsam mit seinem Vater eine Cevapcici-Bude namens Merak eröffnet. Das allein klingt schon einmal sehr vielversprechend, sind doch Cevapcici dort so etwas wie ein Nationalgericht und Sarajewo keine schlechte Adresse für die Fleischspezialität.

Das ist – und so viel sei verraten – das neue Merak nämlich auch. Es kommt nicht oft vor, dass man in einer Cevapcici-Bude einen Tisch reservieren muss, auch wenn sie eher klein ist. Hübsch ist es geworden, das Lokal, das sich unweit des Westbahnhofs befindet. Viel Holz, ein bisschen Leder, ein hübsches Fliesenmuster im Holzboden, Ziegelwände und die derzeit obligatorischen Designlampen, die nackten Glühbirnen nachempfunden sind.

Gleich beim Eingang ist hinter der Bar die Küche – ein Holzkohlegrill – untergebracht, was man erstaunlicherweise kaum riecht. Die Speisekarte ist fleischlastig, auf Vegetarier wird hier keine Rücksicht genommen, aber was sollen die auch in einem Cevapcici-Lokal. Es gibt Cevapcici, Pljeskavica, gegrilltes Hühnerfleisch, Bratwürstel und für Unschlüssige eine gemischte Grillplatte für zwei Personen (19,90 Euro), auf der sich alles findet. Der Grillmeister versteht sein Handwerk, die Cevapcici sind dank Kalbfleisch von der feinen, fast mageren Sorte. Das Hühnerfleisch ist (am Spieß und als Brustfleisch) sehr zart, das Bratwürstel gut gewürzt und auch Pljeskavica nicht von schlechten Eltern. Dazu gibt es herrlich flaumiges hausgemachtes Fladenbrot, Kajmak (hausgemachter Rahm), Ajvar, einen ein bisschen zu milden Krautsalat und rohe, weiße Zwiebel. Alles sehr fein und leicht zu zweit zu schaffen. Zum Glück geht sich noch ein Stück köstliches Baklava (3,20 Euro) aus, das mit traditionellem bosnischen Kaffee (2,90 Euro) heruntergespült wird. Nur Alkohol gibt es hier nicht. Das macht aber nichts.


Merak: Mariahilfer Straße 139, 1150 Wien, täglich 11-22 Uhr, ✆ 0676/57 26 450.

diepresse.com/essen

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.04.2017)

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