Er ist wieder da: Das Comeback des Brünnerstrasslers

Einst hieß es, man brauche nach einigen Gläsern Brünnerstrassler einen Blindenhund. Sauer macht lustig: Das Comeback des Brünnerstrasslers.

Weinflasche
Weinflasche
(c) Die Presse (Julia Stix)

Er ist uns nicht wirklich abgegangen. Trotzdem ist er plötzlich wieder da. Mitten ins Sommerloch geplatzt. Die Rede ist nicht vom Wahlkampf, sondern vom Brünnerstrassler. Dieses Relikt aus längst verdrängten Tagen wird nun vom Weingut Zuschmann-Schöfmann aus Martinsdorf im östlichen Weinviertel wieder belebt.

Einst hieß es, man brauche nach einigen Gläsern Brünnerstrassler einen Blindenhund. Wie kommt also ein renommiertes Weingut auf die Idee, ihren Grünen Veltliner als „Brünnerstrassler“ zu bezeichnen? „Die Leute wissen ohnehin, dass wir nur Topqualität produzieren“, sagt Else Zuschmann. Die Region habe das Negativimage längst abgelegt. Und so wird halt werbewirksam mit dem Retro-Schmäh kokettiert. „Bei Brünnerstrassler weiß jeder, was gemeint ist, da muss man nicht lang erklären“, sagt die Winzerin. Grüner Veltliner, resch, unkompliziert, geradlinig.

Unterm Strich ist der Brünnerstrassler 2007 nicht mehr als ein netter Verkaufsgag für einen netten, erfrischenden Wein, der ganz gut in den Sommer passt. Und für all jene, die noch eine Marketing-Anregung für ihre edlen Gewächse brauchen: Gegen ein Beraterhonorar hätten wir da noch ein paar vollmundige Bezeichnungen auf Lager: Heckenklescher, Rabiatperle oder Sauerampfer!

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