Innsbruck ist Vorreiter bei Lungenkrebs-Behandlung

Weniger Schmerzen, kürzere Rehabilitationszeit. Die minimal-invasive Methode "VATS" wird bei 95 Prozent der an der Innsbrucker Universitätsklinik behandelten Lungenkrebsfälle eingesetzt.

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Themenbild: minimal-invasive OP – Imago

Die Innsbrucker Universitätsklinik nimmt eine Vorrangstellung bei der Behandlung von Lungenkrebs ein, wie die Verantwortlichen am Montag bei einer Pressekonferenz anlässlich des laufenden Kongresses für Thoraxchirurgie betonten. Diese Positionierung sei durch die sich bereits seit 2009 im Einsatz befindliche videoassistierte Thoraxchirurgie, kurz "VATS", eine minimal-invasive Methode, gelungen.

Beim Lungenkarzinom handle es sich um die "relevanteste Erkrankungen" der Lunge, meinte Thomas Schmid, Oberarzt an der Universitätsklinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie und zugleich auch Kongressorganisator. Die minimal-invasive Methode "VATS" werde bei 95 Prozent der Fälle eingesetzt. Man habe sich nunmehr seit fünf Jahren damit bestens etablieren können, sodass mittlerweile viele internationale Kollegen zu den angebotenen Methode-Kursen nach Innsbruck kämen, zeigte sich Schmid sichtlich stolz. Bei dieser Methode sind lediglich kleine Hautschnitte notwendig. Das bedeute weniger Schmerzen und eine kürzere Rehabilitationszeit.

Immer mehr Passiv-Raucher betroffen

"90 Prozent der Betroffenen Lungenkrebspatienten sind Raucher", nannte Dietmar Öfner-Velano, Direktor der Innsbrucker Universitätsklinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie, Zahlen zu den Erkrankungen. Diese würde ihn aber immer noch "betroffen machen", so Öfner-Velano. Schmid wies zudem darauf hin, dass auch immer mehr Passiv-Raucher betroffen seien. Die negativen Folgen des Passiv-Rauchens dürften deutlich stärker sein als bisher angenommen. "Eine klassische Patientin ist etwa die lange Zeit passiv rauchende Kellnerin", so Schmid.

Ein weiteres Phänomen sei, dass Frauen "deutlich aufholen" würden, sowohl was das Rauchen als auch was die Zahl der Lungenkrebserkrankungen betrifft, meinte Öfner-Velano. Schmid ging davon aus, dass in den nächsten Jahren alles auf eine 50-50-Verteilung hinsteuere. In Tirol würden derzeit 350 Lungenkrebs-Neuerkrankungen jährlich diagnostiziert, präsentierten Schmid und Öfner-Velano konkrete Zahlen. Damit liege Tirol im österreichweiten Durchschnitt.

 

Kongress

Im Rahmen des in Innsbruck stattfindenden und weltweit größten Kongresses für Thoraxchirurgie vom 28. bis 31. Mai 2017 tauschen sich internationale Wissenschafter über neue Methoden und den Stand der Wissenschaft aus. Bei der Tagung würden sich über 1500 Teilnehmer einfinden, hieß es.

(APA)

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