Wenn Sport dumm und depressiv macht

Wer ohne Freude, zu oft und intensiv trainiert, läuft Gefahr, süchtig zu werden und zum „Fachidioten“ zu verkommen. Das Risiko, in Burn-out oder Depression zu rutschen, ist vor allem bei „leistungsorientierten Hobbysportlern“ hoch.

Neben Freude und Intensität wirkt sich auch die Dauer des Sports auf das Gehirn aus.
Neben Freude und Intensität wirkt sich auch die Dauer des Sports auf das Gehirn aus.
Neben Freude und Intensität wirkt sich auch die Dauer des Sports auf das Gehirn aus. – (c) imago/MITO (MITO images)

Fabian sitzt rund 14 Stunden pro Woche auf dem Fahrrad. Zum einen ist das ökonomisch bedingt: Die Strecke von seiner Wohnung in die Schule, in der er als Physiklehrer arbeitet, absolviert er in 20 Fahrminuten – mit dem Bus würde es 40 Minuten dauern. Zum anderen liegt es an Fabians Hobby: Die Wochenenden und Nachmittage nützt er, um mit dem Rennrad Kärnten zu erkunden. „Bei Schlechtwetter spule ich die Kilometer auf der Walze im Fitnessstudio ab“, sagt der 33-Jährige, „es gibt keine Ausreden“.

Für Sportmediziner Kurt Leitner klingt der Satz bedrohlich: „Leistungsbezogene Hobbysportler, aber auch Spitzensportler sind oft süchtig nach Belohnung, die durch den Sport gegeben ist, aber es artet häufig in Extreme aus.“ Konkret: „Viele rutschen in ein Hamsterrad, vergessen ihr soziales Umfeld und sporteln sich im schlimmsten Fall in eine Überlastung, an deren Ende eine Depression mit eingeschränkten Hirnfunktionen stehen kann.“

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.12.2018)

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