Weinstein: Auch Strafverfolger unter Druck

New Yorks Staatsanwalt Cyrus Vance ist unter Druck, weil sein Büro Weinstein nach Ermittlungen vor zwei Jahren nicht angeklagt hatte.

Schauspielerin und Drehbuchautorin Louisette Geiss erzählte in einem Interview mit "Daily Mail", Weinstein habe bei einem Treffen vor ihr masturbiert. Rechts neben ihr die Opferanwältin Gloria Allred.
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Schauspielerin und Drehbuchautorin Louisette Geiss erzählte in einem Interview mit "Daily Mail", Weinstein habe bei einem Treffen vor ihr masturbiert. Rechts neben ihr die Opferanwältin Gloria Allred.
Schauspielerin und Drehbuchautorin Louisette Geiss erzählte in einem Interview mit "Daily Mail", Weinstein habe bei einem Treffen vor ihr masturbiert. Rechts neben ihr die Opferanwältin Gloria Allred. – imago/UPI Photo

Nach den Vorwürfen wegen sexueller Belästigung bis hin zu Vergewaltigung gegen Harvey Weinstein beschäftigt der Filmproduzent nun auch Strafverfolger. New Yorks Staatsanwalt Cyrus Vance geriet unter Druck, weil sein Büro Weinstein nach Ermittlungen vor zwei Jahren nicht angeklagt hatte. Vance beschuldigte seinerseits die New Yorker Polizei, nicht ausreichend Beweismittel für diesen Schritt geliefert zu haben. Ob im Rahmen der neuen Vorwürfe erneut Ermittlungen gegen Weinstein aufgenommen werden, war am Mittwochabend (Ortszeit) zunächst unklar.

Bemerkenswert ist in dem Zusammenhang vor allem eine Tonaufnahme der verdeckten Ermittlungen von 2015. Bei denen ist Weinstein beim Versuch zu hören, das Model Ambra Battilana Gutierrez in sein Hotelzimmer zu locken, nachdem er Tags zuvor mutmaßlich ihren Busen begrapscht hatte. "Warum hast Du gestern meine Brust angefasst?", fragt Gutierrez. "Oh bitte, es tut mir leid, komm' einfach rein. Ich bin das gewohnt", sagt Weinstein. "Du bist das gewohnt?", fragt das damals 22-jährige Model. "Ja, komm' rein", sagt Weinstein.

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Neue Vorwürfe

Öffentlich gemacht hatte die Tonaufnahme das Magazin "New Yorker". Darin behaupten die italienische Schauspielerin und Regisseurin Asia Argento sowie zwei weitere Frauen, dass Weinstein an ihnen Oralsex verübt oder sie zum Geschlechtsverkehr gezwungen habe. Insgesamt hätten 13 Frauen behauptet, zwischen den 1990er-Jahren und 2015 von ihm sexuell belästigt oder Opfer eines Übergriffs geworden zu sein. Frühere Vorsitzende und Kollegen in Weinsteins Unternehmen beschrieben zudem, dass sie Zeuge seiner sexuellen Annäherungsversuche geworden sein oder davon gewusst hätten.

Immer mehr prominente Schauspieler bezogen Stellung, nachdem Ashley Judd, Angelina Jolie, Gwyneth Paltrow und Heather Graham ähnliche Vorwürfe gegen Weinstein erhoben hatten. Die aus London stammende Schauspielerin Cara Delevingne beschrieb auf Instagram einen Vorfall mit Weinstein, bei dem sie sich "machtlos" gefühlt habe, als er sie in sein Zimmer einlud und versucht habe, sie auf den Mund zu küssen.

(APA/dpa)

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