Wer ist Hollandes „verratener Gott“ – etwa der Satan?

Vom „Gottesverrat“ sprechen schon genug religiöse Hardliner, Frankreichs Staatspräsident nun auch. Damit spielt er das Spiel der Terroristen.

Den Kopf kosten kann es in Saudiarabien, wenn man Allah verhöhnt; ob man das getan hat, entscheiden Gerichte, wie beim Dichter Ashraf Fayadh, der zuerst zu 800 Peitschenhieben und nun zum Tod verurteilt worden ist. Neben der Beleidigung ist auch der „Verrat“ Gottes als Vorwurf beliebt, vor allem bei religiösen Hardlinern. Umso befremdlicher, dass am Freitag Frankreichs wahrlich nicht als gläubig bekannter Staatspräsident vom „verratenen Gott“ sprach: „Eine Mörderbande hat 130 der Unsrigen getötet, im Namen einer verrückten Sache und eines verratenen Gottes“, sagte er bei der Trauerfeier für die Opfer der Paris-Attentate.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.11.2015)

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