Wer waren die Bildhauer Frass und Riedel?

Im „Denkmal des toten Soldaten“ in der Krypta am Wiener Burgtor haben zwei Bildhauer zwei völlig unterschiedliche Manifeste versenkt.

Gestern wurde Gewissheit, was immer vermutet wurde: Der Bildhauer Wilhelm Frass hat 1935 im Betonsockel seines „Denkmals des toten Soldaten“ eine Metallkapsel mit einem „nationalsozialistischen Huldigungsschreiben“ über die Vereinigung des „deutschen Volkes“ versenkt. Zur großen Überraschung wurde aber noch ein zweites „Manifest“ in derselben Kapsel gefunden: Der „pazifistische Aufruf“ eines anderen Bildhauers, eines gewissen Alfons Riedel. Dieser wünscht sich darin, „dass künftige Generationen unseres unsterblichen Volkes nicht mehr in die Notwendigkeit versetzt werden, Denkmäler für Gefallene aus gewaltsamen Auseinandersetzungen von Nation zu Nation errichten zu müssen“.

Das ist drin:

  • 0 Minuten
  • 0 Wörter

Sie sind bereits Abonnent?

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.07.2012)

Meistgelesen