Afrikas "Elefanten" treten ab

Autokraten ist es eigen, dass sie nicht auf Zuruf – und sei er noch so vehement – freiwillig ihren Platz räumen.

Als Robert Mugabe, Simbabwes Methusalem und Langzeitherrscher, im November unter Hausarrest und mit dem Rücken zur Wand stand, machte sich auch Südafrikas Jacob Zuma für seinen überfälligen Abgang stark. Mugabe wollte das nicht einsehen, am Ende half nur sanfte Gewalt.

Dass sich Südafrikas Präsident nun in derselben Lage wie sein Freund Mugabe wiederfindet, hätte er sich nicht träumen lassen. Der 75-Jährige ist als korrupter Staatschef seit Langem eine Belastung für die „Regenbogennation“ am Kap und den ANC – jene Partei, die das Land vom Apartheidregime befreit hat. Wie Mugabe wehrt er sich mit Zähnen und Klauen gegen seinen Rücktritt, und er droht, den ANC mit in den Abgrund zu reißen.

Cyril Ramaphosa, der neue starke Mann in Südafrika, hat es im Guten versucht. Nun hat er Zuma eine Frist gesetzt. Der Mandela-Mann will das Land wiederaufrichten und dem ANC die Macht sichern. Zuma ist über kurz oder lang Geschichte. Für Afrikas Vorzeigedemokratie ist der Abgang eines der politischen „Elefanten“ ein hoffnungsvolles Zeichen.

E-Mails an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.02.2018)

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