Jomo statt Fomo: Jetzt bleiben wir zuhause

Was kommt nach Yolo, Fomo und Fobo? Achtsamkeit steht hoch im Kurs. Und sie hat ein eigenes Kürzel: Jomo.

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Wer ist zum Jahreswechsel im Bett geblieben? Brav. Wer ist am Morgen vielleicht sogar mit Buchstaben im Gesicht aufgewacht, weil er vor lauter Gesellschaftsabstinenz in einem Magazin eingeschlafen ist? Sehr brav. Wie Trendforscher wissen, stehen heuer wieder alle Zeichen auf Achtsamkeit. Innere Freiheit durch bewussten Verzicht. Und ein passendes Kürzel macht schon die Runde: Jomo.

Nach der "Gönn-dir-Disziplin" Yolo ("you only live once" oder "du lebst nur einmal") und dem daraus wachsenden Fomo (der "fear of missing out", also der Angst, etwas zu verpassen) oder Fobo ("fear of better options", der Angst, bessere Möglichkeiten zu verpassen. Hallo, Dating-App.), sind wir bei Jomo gelandet. "Joy of missing out" steht für die Freude, nicht mit den Kollegen zum Afterwork-Palaver zu gehen, sich nicht spontan beim Stadtmarathon anzumelden und keine Herzen, Daumen, Zeit an Soziale Netzwerke zu verschenken.

Es ist ein Ansatz, über den zum Beispiel auch der dänische Psychologe und Philosoph Svend Brinkmann in seinem Buch "Pfeif drauf!" ("Stå fast") geschrieben hat. Was passiert, wenn das Sozialleben im Schaum von Eigennutz und Opportunismus untergeht? Auf der Rechnung stehen Stress, Einsamkeit und Depression, sagt Brinkmann. Altmodische Vorstellungen wie Zurückhaltung und Mäßigung sollen das überreizte Leben befreien und die vertraute Lähmung der Selbstoptimierung lösen.

Mit dem Ping-Pong-Match zwischen Performance und Präsentation sind die jüngeren Generationen Y und Z vielleicht am besten vertraut. Bei Trends, Hypes und Features am Laufenden zu bleiben, ist ein unbefriedigender Einsatz. Betrunken, von der Angst, etwas zu verpassen, vergeht die Zeit. Das Jomo-Konzept feiert den Gegenentwurf mit einer einfachen Formel: ausschalten und abwählen. Nachdem Technologie auch Ablenkung schafft, sollte man seine digitalen Geräte regelmäßig verräumen, um zu entgiften. Der zweite Schritt heißt "Nein". Nein zum schnellen Drink, Nein zur Insta-Routine, Nein zum Coaching. Und Ja zum Verpassen. Klingt umsetzbar.

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