Beleidigte Leberwurst

Was täten die Autorinnen und Autoren, die täglich – außer für Sonntag – dieses kleine Kasterl befüllen, eigentlich ohne Donald Trump?

Es wäre die meiste Zeit leer, ein weißer Fleck. Doch täglich liefert der New Yorker Kauz mit der eigenartigen Mähne Stoff fürs „Pizzicato“ – ja gleich mehrere Exemplare könnte man täglich mit seinen Auslassungen live und via Twitter befüllen, aber das wäre doch inflationär. Meistens sind sie ja zum Weinen, aber ihr oft absonderlicher Charakter ist immer wieder Anlass, loszubrüllen, um sogleich wieder innezuhalten: Schließlich ist es der mächtigste Mann der Welt, der den Clown gibt, der Oberbefehlshaber der stärksten Militärmacht, Lenker der größten Wirtschaftsnation.

Zuletzt hat er wieder das trotzige Kind gespielt, die beleidigte Leberwurst. „Gemein“ und „böse“ sei die Mette aus Dänemark, die dänische Premierministerin, weil sie nicht auf sein Angebot eingestiegen ist, ihm, dem größten Immobilienmakler aller Zeiten, Grönland zu verkaufen. Als „absurd“ hatte sie Trumps Ansinnen bezeichnet. Geht gar nicht! Zur Strafe kommt Trump im September nicht nach Kopenhagen. Aber, liebe Dänen, ihr werdet das verkraften! Trump hat ja auch nie davon gesprochen, wie viel er für die Arktisinsel geboten hätte. Und wie auch – bei einem aktuellen Schuldenstand der USA von über 22 Billionen Dollar: 22.000.000.000.000!

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.08.2019)

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