Zu jung für Gott? Niko Alm will Kinder selbst entscheiden lassen

Die Atheisten werben wieder. Diesmal auch auf Türkisch. Thema ist der Religionsunterricht.

jung fuer Gott Niko
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(c) Michaela Bruckberger

"Es gibt keinen Gott": Mit dem Spruch und der Tatsache, dass sie ihn nicht auf Bussen affichieren durften, fiel vorigen Sommer eine Kampagne der Atheisten auf. Nun folgt die Fortsetzung: „Religionsfreiheit? Lasst uns selbst entscheiden!“, fordert das neue Sujet, das zwei Kinder zeigt und das man in Wien auf drei City Lights sieht. Initiator ist der 35-jährige Unternehmer Niko Alm. Alm importierte die Idee aus England, seine Werbeagentur Super-Fi (Teil eines „Micro-Mischkonzerns“ mit Schwerpunkt Medien- und Formatentwicklung) setzt sie um. Er gehört als Sprecher der Giordano-Bruno-Stiftung zum Verein „Die Konfessionslosen“, der hinter der Kampagne steht. Alm ist „Atheist von Geburt an, auch wenn ich getauft und gefirmt wurde“. Grund für sein Engagement sei „kein Trauma, nur gewachsene Unzufriedenheit mit dem Einfluss der Kirche auf den Staat“. Sein Ziel: Laizismus. Die aktuelle Forderung zielt auf die Tatsache, dass man gesetzlich erst mit 14 Jahren seine Religion frei wählen darf. Während Juristen schulischen Religionsunterricht als Ausfluss des (Grund-)Rechts der Eltern auf Religionsfreiheit sehen, folgert Alm aus der Altersgrenze, dass Kinder, bis sie selbst entscheiden dürfen, an Schulen nur Ethikunterricht erhalten sollen. Diesmal wirbt man auch auf Türkisch: „Wir wollten zeigen, dass das Thema nicht nur Katholiken betrifft.“ uw

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.10.2010)

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