Lang fürchtete man „die Russen“, neuerdings bewundert man sie

Als Befreier waren sie nicht willkommen, als Besatzer verhasst, im Kalten Krieg waren sie der Feind. Unter Wladimir Putin sind sie plötzlich Vorbilder geworden.

Die Russen: Im kollektiven Gedächtnis Österreichs weckte dieses Wort jahrzehntelang keine allzu positiven Assoziationen. Dieser Tage, 70 Jahre nach der Befreiung, denkt man ja wieder öfter an sie. An die Soldaten der Roten Armee, wie sie damals Wien einnahmen: ausgemergelte, traumatisierte, heimwehkranke, vom jahrelangen Kämpfen erschöpfte Gestalten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.04.2015)

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