Nissan Qashqai „plus 2“: Cashcow in der Verlängerung

Hoch sitzen ja, Allrad vielleicht, Gelände nie: Nissan zeigt den neuen Murano und den für Familienbedürfnisse verlängerten Qashqai „plus 2“.

Nissan Qashqai plus 2
Nissan Qashqai plus 2
(c) Werk

Noch immer drehten sich die Leute nach seinem Auto um, berichtet der Sprecher von Nissan Europe bei der Einleitung der Pressekonferenz. Ob das für das unwiderstehliche Design des immerhin seit vier Jahren in Europa verkauften Murano spricht oder nur für die homöopathische Verteilung im Straßenbild, möge der geneigte Leser selbst entscheiden.

In seinen Eigenschaften ist auch die zweite Generation des Nobelhochsitzes ohnehin eher für transatlantische Bedürfnisse gebaut: V6-Benziner mit 3,5 Liter Hubraum, 256 PS, stufenlose Automatik, opulent ausgestattet um 56.180 Euro aufwärts. Diesel? Nicht vor 2010.

Auf dem Verkaufspult der Alpenrepublik heißt Nissans härteste Währung seit seiner Präsentation im März 2007 Qashqai (wird korrekt „Kaschkei“ ausgesprochen; wenn Ihnen das nichts sagt, googlen Sie einfach Nomadenstämme im nördlichen Iran).

Er ist angesichts der Zulassungszahlen die Cashcow der Marke und wird nun für die Mehr-als-zwei-Kinder-Familie in der „plus 2“ genannten Langversion um eine dritte Reihe erweitert. Der dortige Sitzkomfort gilt (wie auch bei allen Mitbewerbern) primär Adoleszenten und endet spätestens zwischen dem Alter der Erreichung der Deliktfähigkeit und dem aktiven Wahlrecht.
 
Zum Trost: Die Kniefreiheit in der zweiten Reihe wuchs auch um beachtliche zehn Zentimeter. Von außen gemessen sind das 13,5 cm beim Radstand und 21 cm mehr Platzbedarf in Parklücken, was durch ein Aufpreiskürzerl bei der Rückfahrkamera abgemildert werden kann. Apropos: Moderate Aufpreise (2200 Euro zum Fünfsitzer) ergeben angesichts der zusätzlichen Ausstattung ein freundliches Bild, die Preisliste beginnt bereits bei 24.900 Euro (2.0 Benziner, 141 PS, Frontantrieb) und reicht bis 36.733 Euro (2.0 dCi, 150 PS, Automatik, Allrad, Top­ausstattung mit Leder, Xenon und den üblichen Verdächtigen).
Des Österreichers liebste Wahl sollte nach Schätzungen von Nissan Österreich der Fronttriebler mit 150-PS-Diesel und mittlerem Ausstattungspaket sein, ab 28.964 Euro wohlfeil.

Serienmäßig ist beim „plus 2“ jedenfalls das riesige Panoramadach, was gleichzeitig bedeutet, dass es auch nicht abbestellbar ist: Im Sommer heizt die Sonne rein, im Winter strahlt es kalt, und rund ums Jahr schränkt es die Sitzhöhe ein, obwohl es kein Stück zu öffnen ist. Wer auch noch den resultierenden höheren Schwerpunkt bekrittelt, sitzt aber im falschen Auto: Sportliche Kurventempi mögen Familien nämlich nicht so wirklich.(as)

Nissan Murano
Nissan Murano
(c) Werk

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.10.2008)

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