Kein "Negerkönig" mehr bei Pippi Langstrumpf

Der Verlag, in dem Astrid Lindgrens Kinderbücher erscheinen, entfernt rassistische Bezeichnungen aus den Pippi-Langstrumpf-Bänden. In den Neuauflagen ist nur mehr vom "Südseekönig" die Rede.

Kein Negerkoenig mehr PippiLangstrumpfBuechern
Kein Negerkoenig mehr PippiLangstrumpfBuechern
(c) Verlag Friedrich Oetinger

Die rassistischen Bezeichnungen „Neger" und „Zigeuner" sind passé - das gilt zumindest für die Pippi-Langstrumpf-Kinderbücher. Der Verlag Friedrich Oetinger, in dem Astrid Lindgrens Bücher erscheinen, strich all diese Bezeichnungen. Eine Änderung wollte die Autorin Zeit ihres Lebens zwar nicht, und auch die Erben waren anfänglich dagegen, aber der Verlag konnte schließlich auf sie einwirken. In den Neuauflagen ab 2009 ist nun etwa nicht mehr vom „Negerkönig", sondern vom „Südseekönig" die Rede.

Auch wenn der „N-König" in Lindgrens Erzählung als eine positive Figur erscheine, stieß die rassistische Bezeichnung bei vielen Eltern auf Ablehnung, heißt es im Verlag. Es habe immer wieder Beschwerdebriefe von Eltern gegeben. „Wenn das Wort nicht mehr im historischen Kontext gesehen werden kann, sondern nur noch als Schimpfwort", sei eine Änderung notwendig, so eine Sprecherin des deutschen Verlags. Unter historischem Kontext ist zu verstehen, dass der Begriff zur Zeit des Entstehens der Bücher (1940er) nicht immer negativ gebraucht wurde. Tatsächlich war das N-Wort historisch immer schon mit der blutigen Geschichte des Kolonialismus und der Sklaverei verbunden.

Auf der Astrid Lindgren-Seite des Oetinger-Verlags findet sich übrigens noch der originale Wortlaut - nicht politisch korrigiert. Pippi Langstrumpf glaubte, dass ihr Vater "auf einer Insel an Land geschwemmt worden war, wo viele Neger wohnten, und dass ihr Vater König über alle Neger geworden war", heißt es da.

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