Klimakiller Methan: Eine Frage der Futter-Verwertung

Die Viehhaltung trägt weltweit rund 18 Prozent zu der Emission an Treibhausgasen bei. Die Hochleistungs-Kuh ist dabei umweltfreundlicher.

Eine Hochleistungs-Kuh stößt rund 20 bis 25 Gramm Methan pro produziertem Liter Milch aus.
Eine Hochleistungs-Kuh stößt rund 20 bis 25 Gramm Methan pro produziertem Liter Milch aus.
(c) AP (Sven Kästner)

Rund 18 Prozent trägt die Viehhaltung weltweit zu der Emission an Treibhausgasen bei. Das ist mehr als etwa der Verkehr, dem im Jahr 2006 ein Beitrag von 13,5 Prozent zugemessen wurde, erklärte Henning Steinfeld von der Welternährungsorganisation (FAO), der im Rahmen der Alpbacher Technologiegespräche referiert.

Das Problem bei der Viehhaltung ist das vor allem in den hoch spezialisierten Mehrfachmägen der Wiederkäuer - vor allem Rinder, Ziegen, Schafe - entstehende Methan. Speziell während des eigentlichen Wiederkäuens rülpsen die Tiere mehr oder weniger minütlich und lassen dabei einen Teil des extrem stark wirkenden Treibhausgases Methan in die Umwelt. Für die Haltung vor allem von Rindern werden zudem auch Wälder gerodet und durch Weideflächen ersetzt. Auch das weist eine schlechte Bilanz in Sachen Treibhausgase aus, da Weiden im Gegensatz zu Wäldern praktisch keinen Kohlenstoff speichern.

In den Industriestaaten ist das Problem eher rückläufig berichtete Steinfeld. Denn im Zuge des Trends zu gesünderer Ernährung - "weniger Fett, weniger Salz, weniger Zucker" - steigt vor allem der Verzehr von Geflügel, Rind ist weniger gefragt.

In den Entwicklungsländern ist dagegen noch kaum ein Silberstreifen am Horizont. Dazu kommt, dass gerade in Low-tech-Ländern der Ausstoß an Methan pro produziertem Kilo Fleisch oder pro Liter Milch besonders hoch ist.

So stößt eine Hochleistungs-Kuh rund 20 bis 25 Gramm Methan pro produziertem Liter Milch aus. In Entwicklungsländern sind es bis zu 500 Gramm pro Liter. Es ist eine Frage der Verwertung, erklärte Steinfeld. So benötigt das Tier bei der High Tech-Haltung und -Versorgung etwa 50 Prozent des Futters quasi für den Eigenbedarf, der Rest wird in das jeweils gewünschte Produkt - vor allem Milch oder Fleisch - umgesetzt. Ohne die "Segnungen" der modernen Landwirtschaft konsumiert das einzelne Rind bis zu 90 oder 95 Prozent des Futters für sich selbst und seinen Stoffwechsel.

Inzwischen laufen auch Forschungen, inwieweit sich die Methan-Rülpser mittels ins Futter gemischten Enzymen und Aminosäuren reduzieren lassen. Die Arbeiten sind dabei durchaus erfolgreich, bleibt nur das Problem, dass sich gerade in den ärmsten Gebieten die Bauern derartige Zusätze kaum leisten werden können.

(APA)

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