Danube Flats statt Minopolis: Turm als neues Tor für Wien

Soravia und S+B wollen ab 2013 einen 146 Meter hohen Turm, in der Donau stadt bei dem Cineplexx-Center an der Reichsbrücke, mit 500 Wohnungen bauen. Der Indoor-Spielplatz Minopolis übersiedelt 2013.

(C) APA/PROJECT A01 ARCHITECTS

Wien. Die DC Tower bekommen Konkurrenz. Während die von dem französischen Architekten Dominique Perrault geplanten Türme auf der Donauplatte stets als neues Tor zur Stadt gepriesen wurden, soll diese Rolle – vorübergehend – nun ein anderes Objekt übernehmen. Immerhin braucht der 220m hohe DC Tower 1 – der Anfang November Dachgleiche feiert, während der Baustart für den zweiten Turm noch offen ist – ja auch ein Gegenüber, um ein Tor zu bilden.

Am jenem Standort, wo bis vor einem Jahr noch das Cineplexx-Kino stand und jetzt (noch) der Indoor-Spielplatz Minopolis untergebracht ist, soll schon bald ein 146 Meter hoher Turm mit 500 Wohnungen gebaut werden. Im September wurde der Architekturwettbewerb dazu abgeschlossen, gestern, Dienstag, wurde das Siegerprojekt des Büros „project A01 architects“ präsentiert. Norbert Scheed, SP-Bezirksvorsteher der Donaustadt, sieht in den geplanten Danube Flats nicht nur ein Tor zur Stadt, sondern gar ein „Wahrzeichen von Kaisermühlen“.

Derzeit läuft noch das Bauwidmungsverfahren. Wenn es nach den Bauherren von der Soravia Group und der S+B-Gruppe geht, wird 2014 mit dem Bau begonnen. Das jetzige Gebäude wird dabei bis auf die Tiefgarage abgerissen. 2016 soll das rund 140 Millionen teure Projekt dann fertig sein. Der 146 Meter hohe Turm der Danube Flats soll für die Bewohner des bereits bestehenden Harry-Seidler-Towers aufgrund seiner Form nur eine minimale Beeinträchtigung der Aussicht darstellen. Außerdem biete das neue Projekt einen direkten Zugang über eine Überplattung der Autobahnzufuhr zur Neuen Donau, so der Bezirksvorsteher.

Für Gemeinderat Christoph Chorherr (Grüne), der ebenso wie Scheed in der Jury saß, waren drei Punkte für den Bau von „project A01 architects“ ausschlaggebend: die ökologische Nachhaltigkeit, das Verkehrskonzept – etwa Abstellplätze für Fahrräder und Car-Sharing – sowie die soziale Durchmischung. Bei den rund 500 Wohnungen handelt es sich jeweils zur Hälfte um Miet- sowie Eigentumswohnungen. Zehn bis 20 Wohnungen davon sollen „wirklich sozial Bedürftigen für ein paar symbolische Euro“ zur Verfügung gestellt werden, so Erwin Soravia. Er schätzt den Mietpreis auf acht bis zehn Euro pro Quadratmeter.

 

Neuer Minopolis-Standort geheim

Wohneinheiten sind auch in den drei kleineren Gebäuden neben dem Turm geplant – manche davon mit Garten. Im Sockelgebäude des 45-geschoßigen Turmes sollen voraussichtlich Geschäfte, Cafés, ein Kindergarten oder Restaurants untergebracht werden. Freitag (15.00– 18.00h) und Samstag (10.00– 12.00h) haben Interessierte noch die Möglichkeit, im Foyer des Cineplexx dazu Ideen einzubringen.

Der Indoor-Spielplatz Minopolis hat derzeit schon einen neuen Standort im Auge. „Im Herbst/Winter haben wir auf jeden Fall noch geöffnet. Im Sommer oder Herbst 2013 werden wir übersiedeln“, sagt dazu Geschäftsführerin Louisa Böhringer. Wohin, will sie noch nicht verraten, die Verhandlungen dazu seien noch im Laufen.

Auf einen Blick

Danube Flats heißt der auf der Donauplatte geplante Turm inklusive drei kleineren Gebäuden, in denen 500 Wohnungen untergebracht werden. Das 140 Millionen Euro teure Projekt wollen die Bauträger (Soravia Group und S+B- Gruppe) zwischen 2014 und 2016 realisieren. Eine Überplattung der Autobahnzufahrt ermöglicht einen direkten Zugang zur Neuen Donau.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.10.2012)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      Danube Flats statt Minopolis: Turm als neues Tor für Wien

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.