Nach Messerattacke: Polizei erschießt Mann in Liesing

Der Mann attackierte zuerst eine Streifenbeamtin und dann einen der zuhilfe gerufenen Wega-Beamten mit einem Messer.

Die Polizei am Ort des Geschens im 23. Wiener Gemeindebezirk.
Die Polizei am Ort des Geschens im 23. Wiener Gemeindebezirk.
Die Polizei am Ort des Geschens im 23. Wiener Gemeindebezirk. – (c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)

Ein 52-Jähriger ist am Freitag in Wien-Liesing an den Schussverletzungen verstorben, die ihm bei einer versuchten Wohnungserstürmung durch die Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung (Wega) zugefügt wurden. Vier der acht anwesenden Polizisten eröffneten das Feuer, nachdem Gerhard A. einen der Beamten mit einem Klappmesser zu attackieren begonnen hatte. Auslöser für den Einsatz in der Kanitzgasse waren am Vormittag vorangegangene Bedrohungen von Malern und einer versuchten Attacke auf eine Streifenbeamtin, berichtete Polizeisprecherin Adina Mircioane.

Zur Untersuchung des Wega-Einsatzes mit Todesfolge wurde bereits das Bundesamt zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung eingeschaltet. Bereits am Donnerstag soll der laut Polizei psychisch erkrankte Frühpensionist nach Angaben eines Malers ungarischer Herkunft ihn und seine Kollegen vor dem Gemeindebau, wo sie mit Sanierungsarbeiten beschäftigt waren, mit der Stichwaffe bedroht und beschimpft haben.

Als sich diese Szenerie in der Seitengasse der Speisinger Straße am Freitagvormittag wiederholte, informierte man die Hausmeisterin der am Maurer Rathauspark gelegenen Anlage von Wiener Wohnen. Sie verständigte wiederum die Polizei und gegen 8.30 Uhr trafen zwei Streifenbeamte, ein Mann und eine Frau, ein. Gerhard A. war der Exekutive bereits durch vorangegangene Amtshandlungen bekannt. Er wollte daraufhin in seine im zweiten Stock gelegene Wohnung fliehen.

Attacke auf Beamtin - Verstärkung angefordert

Die Polizistin versuchte ihn noch vor der Wohnungstür aufzuhalten. Der 52-Jährige attackierte sie, die Beamtin wurde jedoch rechtzeitig von ihrem Kollegen zurückgezogen. Der Polizist forderte Verstärkung durch die Spezialeinheit WEGA an, während sich Gerhard A. in seiner Wohnung verschanzte. Gegen 9.10 Uhr waren schließlich acht Polizisten der Einsatzgruppe am Ort des Geschehens eingetroffen.

Das Messer, mit dem der Mann die Polizisten attackierte.
Das Messer, mit dem der Mann die Polizisten attackierte.
Das Messer, mit dem der Mann die Polizisten attackierte. – (c) Polizei

Die Wega-Beamten versuchten mit einem Rammbock in die Wohnung zu gelangen. Der 52-Jährige stemmte sich erst noch gegen die Tür. Als er merkte, dass dies sinnlos war, öffnete der ehemalige Masseur ruckartig die Tür und begann unvermittelt auf den ersten Polizisten mit der rund sieben Zentimeter langen Klinge einzustechen, sagte die Polizeisprecherin. Dessen Schutzkleidung verhinderte allerdings, dass er verletzt wurde.

Die Schutzweste des WEGA-Beamten mit Einstich in der Mitte.
Die Schutzweste des WEGA-Beamten mit Einstich in der Mitte.
Die Schutzweste des WEGA-Beamten mit Einstich in der Mitte. – (c) Polizei

Vier Polizisten zogen daraufhin ihre Dienstpistolen und begannen auf den Angreifer zu feuern. Getroffen brach er zusammen. Wie viele Schüsse fielen und wie oft der 52-Jährige getroffen wurde, war auch am Freitagnachmittag weiterhin unklar. Ein Einsatzteam des Arbeitersamariterbundes konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen, ein in der Nähe gelandeter Rettungshubschrauber kam daher nicht zum Einsatz.

Mircioane erklärte das Vorgehen der Beamten dahin gehend, dass es sich bei einem Messer um eine nicht zu unterschätzende Waffe handeln würde, durch welche die meisten tödlichen Verletzungen verursacht würden. Die Wega-Beamten befanden sich nach dem Vorfall in psychologischer Betreuung. Der Leichnam des Mannes wurde nach 13 Uhr abtransportiert, nachdem die Spurensicherung durch Beamte der Tatortgruppe abgeschlossen war.

Fall in Deutschland

In Deutschland ereignete sich ein ähnlicher Fall. Die deutsche Polizei hat in den Räumlichkeiten eines Wachzimmers im bayerischen Starnberg einen mit einem Messer bewaffneten Mann erschossen. Der Mann sei am Freitag gegen 14 Uhr im Eingangsbereich erschienen und habe mit einer Art Küchenmesser hantiert, sagte Polizeisprecher Hans-Peter Kammerer. "Aus dieser Bedrohungssituation heraus wurde auf den Mann geschossen", teilte er mit. Das Opfer habe tödliche Verletzungen erlitten. Ob mehrere Beamte schossen und wie viele Schüsse abgegeben wurden, sagte der Sprecher zunächst nicht.

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(APA)

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