Kontrollamt: Tierschutz-Gelder landen in Tasche von Werbefirma

Kostenexplosion bei MA 60 für Tierschutz-Werbung.

WIEN (stu). Es war nicht Tierliebe, weshalb sich die Prüfer des Kontrollamtes für den Wiener Tierschutztag und das Veterinäramt (MA 60) interessiert haben. Die Kontrolleure wollten wissen, wie das Wiener Veterinäramt mit Steuergeld umgeht. Das Ergebnis: ernüchternd.

Von 2005 auf 2006 sind die Kosten für den Tierschutztag der MA60 explodiert – von 154.365 Euro auf 261.968 Euro, also um 40Prozent. Das Geld floss nicht in den Tierschutz, sondern in die Werbung; konkret in die „Rolling Boards“ der SP-nahen Werbefirma Gewista. Gebracht hat der massive finanzielle Werbe-Einsatz nichts: die Besucherzahl am Rathausplatz sank sogar von 70.000 auf 60.000. Trotzdem wurde im nächsten Jahr (2007) wieder Unsummen in diese Gewista-Werbung gebuttert; ebenfalls erfolglos.


„Das ist Freunderlwirtschaft“

Während das Veterinäramt dem Wetter die Schuld am ausbleibenden Besucheransturm gibt, empfiehlt das Kontrollamt, diese Art von Werbung gründlich zu überdenken. Grüne-Gemeinderätin Waltraut Antonov: „Es riecht nach Freunderlwirtschaft. Anstatt in den Tierschutz zu investieren, wird der SP-Werbefirma das Geld einfach so rüber geschoben.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.04.2008)

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