Wien verstärkt Kampf gegen Homophobie

Workshop-Offensive soll Jugendliche ansprechen. Die Gründe für Diskriminierung seien häufig Unwissen, Vorurteile und Ängste, sagt Johannes Wahala, Leiter der Beratungsstelle Courage.

(c) Roland Schlager

Wien. Fast 90 Prozent der homosexuellen, bisexuellen oder transgender (LGBT) Jugendlichen beklagen Mobbing, Diskriminierung oder Gewalt in der Schule. Im Vergleich zu ihren heterosexuellen Altersgenossen haben sie ein bis zu siebenfach höheres Suizidrisiko. Mit einer Workshop-Offensive wollen Stadt Wien und die Beratungsstelle Courage Vorurteile und Homophobie bei Jugendlichen nun verstärkt bekämpfen.

Die Gründe für Diskriminierung seien häufig Unwissen, Vorurteile und Ängste, sagt Johannes Wahala, Leiter der Beratungsstelle Courage. Mit dem Projekt „Check it out!“ wolle man versuchen, diese bei Jugendlichen auszuräumen. Denn nach einer aktuellen Studie der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte verheimlichen gerade in der Schule 67 Prozent der Teenager ihre sexuelle Orientierung, viele stoßen bei einem Outing auf Ablehnung.

 

Aktionen auch an Schulen

„Wir wollen durch jugendgerechte Aufklärung für gewaltfreie Räume sorgen“, sagt Wahala. Unter anderem sind kostenlose Workshops für Schulklassen im Zuge des Pride Village am Wiener Rathausplatz von 11. bis 13. Juni geplant.

Zudem soll auch die Antidiskriminierungsarbeit in Wiener Schulen verstärkt werden, wie Integrations- und Frauenstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) erklärt. Mit dem Sieg von Conchita Wurst beim Eurovision Song Contest habe sich viel bewegt und „ein Fenster der Energie geöffnet“. Dieses müsse man nun auch nutzen, um sich wirklich einzusetzen. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.05.2014)

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