Wien: In manchen Klassen sitzen ausschließlich Migranten

In Wien haben 40 Prozent der Schüler nicht Deutsch als Muttersprache, in den Bundesländern sind es zehn bis 20 Prozent. Das besagen aktuelle Zahlen des Unterrichts-Ministeriums.

Schule
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(c) (Clemens Fabry)

An den Volksschulen der Stadt Wels (OÖ) ist jedes zweite Kind (49,5 Prozent) Ausländer bzw. Schüler nichtdeutscher Muttersprache. An Hauptschulen in Wien-Hernals liegt der Anteil dieser Schüler bei 93,2 Prozent. In Wien-Brigittenau haben zwei von drei AHS-Schüler (64,7 Prozent) Migrationshintergrund.

In Wien hat jede zehnte Volksschule einen über 90-prozentigen Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund, in einzelnen Wiener Bezirken sitzen in jeder fünften Volksschulklasse ausschließlich Migrantenkinder.

Dies geht aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) hervor.

In einer 69 Fragen umfassenden Anfrage wollte FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz von Schmied Auskunft über den Anteil von ausländischen Schülern sowie Schülern nichtdeutscher Muttersprache, aufgelistet nach Bundesländern, politischen Bezirken, Schultypen, Schulstufen, etc. haben.

Mit Hilfe "beträchtlicher Personalressourcen" ihres Ressorts hat Schmied nun eine 474 Seiten umfassende Antwort mit Daten für das Schuljahr 2007/08 geliefert.

16,4 Prozent "Schüler nichtdeutscher Muttersprache"

Deutlich werden in der Statistik die - je nach Anfrageformulierung - großen Unterschiede im "Ausländer"-Anteil: Fragt man nach dem Anteil "ausländischer Schüler" sind das über alle Schulen in Österreich 9,5 Prozent. Wertet man nach "Schülern nichtdeutscher Muttersprache", sind das österreichweit 16,4 Prozent, und ausgewertet nach "ausländischen Schülern und inländischen Schülern nichtdeutscher Muttersprache" ergibt das einen Anteil von 17,8 Prozent. Im Folgenden beziehen sich alle Daten auf die letztgenannte Kategorie:


Wien-Leopoldstadt Spitzenreiter

Die höchsten Anteile von Schülern aus dem Ausland bzw. mit nichtdeutscher Muttersprache finden sich in den Wiener Bezirken: Einsamer Spitzenreiter bei allen Schulen (ohne land- und forstwirtschaftliche Schulen und Berufsschulen) ist Wien-Leopoldstadt mit 60,9 Prozent, gefolgt von Brigittenau (58,6 Prozent) und Margareten (57,5 Prozent).

Im Burgenland ist Mattersburg (17,4 Prozent) der Bezirk mit dem höchsten Anteil an Ausländern bzw. Schülern nichtdeutscher Muttersprache.

In Kärnten die Stadt Klagenfurt (13,2 Prozent), in Niederösterreich Baden (20,0) und in Oberösterreich die Stadt Wels (25,1 Prozent).

In Salzburg führt die Stadt Salzburg (24,5 Prozent), in der Steiermark Graz (17,5), in Tirol der Bezirk Reutte (16,3 Prozent) und in Vorarlberg der Bezirk Dornbirn (23,5 Prozent).

Nach Bundesländern betrachtet (Schüler nichtdeutscher Muttersprache in Prozent):

  • Wien: 40,4 Prozent
  • Vorarlberg: 19,6 Prozent
  • Salzburg: 16,8 Prozent
  • Oberösterreich: 13,7
  • Tirol: 13,0 Prozent
  • Burgenland: 11,4 Prozent
  • Niederösterreich: 10,9 Prozent
  • Kärnten: 10,1 Prozent
  • Steiermark: 9,2 Prozent.

Bei den Schulformen sind die Sonderschulen der Spitzenreiter, mit einem Anteil an ausländischen Kindern und inländischen Kindern nichtdeutscher Muttersprache von 27,2 Prozent. Rund jeder fünfte Schüler kommt an den berufsbildenden mittleren Schulen (22,8 Prozent), den Volksschulen (22,4), den Polytechnischen Schulen (21,8) und den Hauptschulen (20,6) aus dem Ausland oder hat Deutsch nicht als Muttersprache.

An AHS (14,1 Prozent) und berufsbildenden höheren Schulen (11,5) ist dagegen der Anteil solcher Schüler vergleichsweise niedrig, am allerniedrigsten ist er in Berufsschulen (10,8).

(APA)

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