"Prince of Burma"-Raub: Haft für Hausfrau aus Floridsdorf

Die Frau aus Floridsdorf hatte einen Schmuckhändler nach Mailand gelockt. Dort wurde ihm eine Juwelen-Kollektion im Wert von 340.000 Euro geraubt. Darunter war der einzigartige Roh-Rubin "Prince of Burma".

Roh-Rubin ''Prince of Burma''
Roh-Rubin ''Prince of Burma''
(c) EPA (BUNDESKRIMINALAMT / HANDOUT)

Eine 40-jährige Hausfrau aus Wien-Floridsdorf ist am Mittwoch im Straflandesgericht wegen schweren Betrugs zu 27 Monaten unbedingter Haft verurteilt worden. Sie hatte dazu beigetragen, dass ein deutscher Schmuckhändler mit kostbaren Edelsteinen nach Italien reiste, wo ihm seine Kollektion - darunter ein weltweit einzigartiger Roh-Rubin mit dem klingenden Namen "Prince of Burma" - geraubt wurde.

Der Juwelenhändler war von einer Bande gezielt nach Mailand gelockt worden. Die Angeklagte hatte im Internet Anzeigen geschaltet, in denen Interessenten lukrative Geschäfte im Süden in Aussicht gestellt wurden. Der Schmuckhändler meldete sich bei ihr, die vorgebliche "Frau Stein" führte mit ihm telefonische Schein-Verhandlungen und vereinbarte schließlich, der Mann möge eine Schmuckmesse in Italien besuchen, wo er Abnehmer für seinen Schatz finden werde.

Roh-Rubin ist 76.000 Euro wert

Allein der "Prince of Burma" stellte einem Sachverständigengutachten zufolge einen Wert von mindestens 76.000 Euro dar. Insgesamt war der Koffer voller Diamanten, Brillanten und Edelsteine, die der 45-Jährige mit sich führte, 340.000 Euro Wert.

Als der Deutsche am 6. August 2008 nach der Präsentation seiner Ware das Mailänder Messegelände verließ, um mit dem angeblichen Interessenten, der sich als Anwalt ausgab, in einer Bankfiliale das Geschäft zu finalisieren, wurde er von einem Pkw angefahren. Der Juwelier erlitt schwere Verletzungen, sein Koffer mit dem kostbaren Schatz wurde ihm von der Bande geraubt.

Einige Zeit später trat wieder die 40-Jährige auf den Plan. Per E-Mail erklärte sie dem Opfer, er könne seinen Schmuck "zurückkaufen". Dieser schaltete nun die Polizei an. Verdeckte Ermittler traten in weiterer Folge an die 40-Jährige heran. Beim Versuch, diesen in Villach die geraubten Preziosen "anzudrehen", wurde die Frau Anfang November festgenommen. Der Großteil des Schmucks konnte dabei sichergestellt werden.

Kein Prozess für Hintermänner

Die Hintermänner und Mittäter wurden bisher in Italien nicht strafrechtlich zur Verantwortung gezogen, "weil man diese Straftaten dort nicht sehr ernsthaft verfolgt", wie Staatsanwalt Peter Seda erklärte. Demnach gelang es dem heimischen Bundeskriminalamt, einen italienischen Täter namentlich auszuforschen. Auf Basis eines Europäischen Haftbefehls wurde der Mann schließlich auch festgenommen, dann allerdings laut Seda wieder enthaftet, weil die italienischen Behörden seine weitere Anhaltung für nicht mehr nötig erachteten.

(APA)

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