Neun-Millionen-Schwelle in Sicht: Vor allem Wien wächst rasch

Interaktiv Österreichs Bevölkerung wächst jährlich um ein Prozent − vor allem durch Zuwanderung. 2020 soll es neun Millionen Einwohner geben.

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Archivbild – Clemens Fabry / Die Presse

Österreich wächst. Vor allem durch die verstärkte Zuwanderung kommt ein Plus von derzeit einem Prozent zustande, so die jüngsten Zahlen der Statistik Austria. 2015 wurden demnach 214.400 Zuwandernde und 101.300 Abwandernde registriert, ein Plus von 113.100 Menschen. Der Saldo aus Geburten und Todesfällen ergab einen Überschuss von 1300 Menschen. Im Jahresschnitt 2015 lebten 8,63 Millionen Menschen in Österreich. Gegen Ende 2020 wird Österreich gemäß der Prognose die Neun-Millionen-Marke überschreiten. 2030 soll Österreich demnach dann 9,43 Millionen Einwohner zählen, neun Prozent mehr als 2015.

Die aktuell starke Zuwanderung verschiebt den bisher erwarteten Rückgang der Bevölkerung im Erwerbsalter zwischen 20 und 65 Jahren um einige Jahre. 2015 zählten 5,34 Millionen Menschen zum sogenannten Erwerbspotenzial, bis 2022 wird dieses um vier Prozent auf 5,57 Millionen Menschen wachsen. Danach werden allerdings mehr Babyboomer in Pension gehen, als Zuwanderer oder Jugendliche aus der Ausbildung in die Gruppe der Erwerbsfähigen nachkommen.

Dementsprechend wird diese Bevölkerungsgruppe kleiner – allerdings wird sie bis 2080, dem aktuellen Prognosezeitraum, stets mehr als 5,1 Millionen Menschen ausmachen. Ohne Zuwanderung würde das Erwerbspotenzial sinken: In diesem Szenario wären 2030 nur noch 4,83 Millionen Menschen im Erwerbsalter, zehn Prozent weniger als heute. Bis 2080 würde die Zahl der Erwerbsfähigen um 42 Prozent auf 3,08 Millionen zurückgehen.

hnliches gilt für die Zahl der Kinder und Jugendlichen bis 19 Jahren. Hier wird in den nächsten 20 Jahren ein Anstieg um zehn Prozent von 1,69 Millionen (2015) auf 1,86 Millionen (2035) erwartet. Zu diesem Plus tragen sowohl junge Zuwanderer als auch Geburten der Immigrantinnen bei. Gäbe es ab sofort keine Zuwanderung mehr, würde die Zahl der Kinder und Jugendlichen bis 2035 um neun Prozent auf 1,54 Millionen sinken.

Hohe Zuwächse werden für die Gruppen der Älteren prognostiziert: 2015 waren 1,59 Millionen Menschen 65 Jahre und älter. 2025, zehn Jahre später, wird ihre Zahl mit 1,90 Millionen um 19 Prozent größer sein als 2015. Bis 2050 wächst diese Bevölkerungsgruppe um zwei Drittel des „Bestandes“ auf 2,67 Millionen Menschen. 2015 waren 18 Prozent der Bevölkerung in Pension, ab 2024 werden es mehr als 20 Prozent sein, nach 2036 mehr als 25 Prozent.

Langfristig Minus in Kärnten

Regional betrachtet wächst die Bevölkerung in Wien mit Abstand am stärksten. 2022 soll demnach die Zwei-Millionen-Marke überschritten werden. 2015 lebten 1,81 Millionen Menschen in Wien. Auch Niederösterreich, das Burgenland und Tirol werden laut Prognose überdurchschnittlich wachsen, Kärnten hingegen hat langfristig mit Verlusten zu rechnen.

(cim/phi)

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