Salzburg: Fahrverbote vor Schulen geplant

Die Salzburger Stadtpolitik prüft die Einführung von temporären Fahrverboten vor fünf Volksschulen. So sollen Schulwege sicherer werden. Ein derartiges Modell gibt es schon seit 2014.

Verkehrserziehung für Kinder ist obligat – für deren Eltern plant die Salzburger Politik andere erzieherische Maßnahmen.
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Verkehrserziehung für Kinder ist obligat – für deren Eltern plant die Salzburger Politik andere erzieherische Maßnahmen.
Verkehrserziehung für Kinder ist obligat – für deren Eltern plant die Salzburger Politik andere erzieherische Maßnahmen. – (c) APA/BARBARA GINDL

Salzburg. Halteverbotsschilder allein reichen nicht. Diese Erfahrung hat Astrid Moser, Direktorin der Volksschule Abfalter im Salzburger Stadtteil Parsch gemacht. Seit 2014 gibt es zwischen 7.30 und 8.30 Uhr ein temporäres Fahrverbot im Schulbereich. Ein Modell, das nun Nachahmung findet. Die Salzburger Stadtpolitik prüft derzeit, temporäre Fahrverbote vor mehreren Schulstandorten einzuführen.

Damit soll die Sicherheit der Schüler am Schulweg erhöht werden. Zu- und abfahrende Autos von Eltern, die ihre Kinder bis vor den Eingang bringen, sorgen nämlich allmorgendlich vor vielen Standorten für gefährliche und unübersichtliche Situationen.

Die Sicherheit stand auch bei der Volksschule Abfalter im Vordergrund, als das Fahrverbot angedacht wurde. „Die Initiative ist von einer Mutter ausgegangen“, erzählt Moser im Gespräch mit der „Presse“. Ihr Kind ging zu Fuß, das Verkehrschaos vor Schulbeginn machte der Mutter Sorgen. Es gab zu wenig Platz zum Halten, für den morgendlichen Andrang war die Straße zu eng. Der Zebrastreifen bot zu wenig Schutz für die querenden Kinder. Sowohl die Lehrer als auch der Elternverein unterstützten die Idee, ein temporäres Fahrverbot einzuführen. Auch wenn naturgemäß nicht alle Eltern mit Begeisterung reagierten, erinnert sich Moser: „Es braucht viel Überzeugungsarbeit und man muss ständig dran bleiben.“ Der sichere Schulweg ist in den Informationen für die Eltern ebenso ein Argument wie mehr gesunde Bewegung für die Kinder.

 

„Ständig dranbleiben“

Aktionen wie ein Pedi-Bus, bei dem Eltern Schülergruppen zu Fuß zur Schule begleiten, oder ein Sammelpass für fleißige Geher dienen der Motivation. Für jene Eltern, die die Kinder trotzdem mit dem Auto bringen, wurden in der Nähe der Schule Haltezonen geschaffen. Von dort können die Kinder zu Fuß weitergehen.

„Das Fahrverbot hat viel gebracht. Aber man muss ständig dran bleiben, damit es auch eingehalten wird“, gibt Moser anderen Schulen mit auf den Weg.

Ähnliche Fahrverbote könnte es bald auch vor anderen Schulen in der Stadt Salzburg geben. Die für die Schulen zuständige Vizebürgermeisterin Anjag Hagenauer (SPÖ) und Verkehrs- und Planungsstadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste) haben fünf Standorte ins Auge gefasst, wo eine Verkehrsberuhigung sinnvoll erscheint. Es sind das die Volksschulen Lehen I und II, die Andräschule, die Volksschule Maxglan, die Volksschule Morzg und die Volksschule Mülln.

Padutsch ist dabei die Einbindung der Betroffenen wichtig. „Die Schule muss dahinter stehen“, ist für ihn klar. Die Stadt kann die temporären Fahrverbote per Verordnung erlassen. Wenn sich alle einig sind, könnte es bei den in Frage kommenden Standorten noch im Herbst so weit sein. Gelten sollen die Verbote übrigens nur in der Früh. Zu Mittag und am Nachmittag gibt es kaum Probleme, weil die Kinder nicht alle zur selben Zeit nach Hause kommen.

Spannend sind die temporären Fahrverbote vor Bildungseinrichtungen auch aus verkehrs- und umweltpolitischer Sicht. Immerhin ließen sich nach Schätzungen durch die Fahrverbote pro Schultag 1600 Autofahrten einsparen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.09.2017)

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