Experten: Ernährung muss Thema für die Politik werden

Nachdem eine internationale Studie erklärte, wie man mit Essen die Welt (und die Gesundheit) retten kann, appellierten daran nun in Wien auch Experten.

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Ein politisches Commitment zum Thema gesunde und umweltbewusste Ernährung – das fordert der Ernährungsmediziner Kurt Widhalm. „Die Politik muss entscheiden, dass das ein Thema ist.“ Nachdem in der Vorwoche eine internationale Studie erklärte, wie man mit Essen die Welt (und die Gesundheit) retten kann, appellierten daran nun in Wien auch internationale Experten um Widhalm.

Laut der sogenannten „Planetary health dieat“, die die EAT-Lancet-Kommission veröffentlicht hat, muss vor allem der Konsum von rotem Fleisch eingeschränkt werden. Pro Tag dürften demnach maximal 35 Gramm an rotem Fleisch konsumiert werden. Im Gegenzug sollten mehr Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse gegessen werden. Das würde die vorzeitigen Todesfälle drastisch reduzieren und dem Klimawandel entgegenwirken.

Zu 80 Prozent deckungsgleich

„Isst man gesund, ist das zugleich gut für die Umwelt“, betonte Ernährungsexperte Harry Aiking von der Universität Amsterdam. Die beiden Konzepte würden sich zu 80 Prozent decken. Die Fleischproduktion sei eine maßgebliche treibende Kraft für den Klimawandel und auch gesundheitlich relevant. Dazu kommt, dass die Nahrungsmittelproduktion exponentiell ansteigt. „Der dadurch entstehende Druck auf die Umwelt kann gar nicht überschätzt werden“, sagte Aiking.

Es braucht laut dem Österreichischen Akademischen Institut für Ernährungsmedizin daher eine Informationskampagne, um den Konsum von rotem Fleisch drastisch zu reduzieren. Die Bauern müssten mehr Gemüse statt Fleisch produzieren. Und es solle darüber diskutiert werden, ob preisgesteuerte Maßnahmen – also Steuern – sinnvoll sein könnten.

(red./APA)

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